Die Hoechst-Schering -Tochter AgrEvo Gmbh, Berlin, hat einem Antrag auf Genehmigung zum Anbau gentechnisch veränderter Kartoffeln im Freiland für die Vegetationsperioden 1997 - 2000 gestellt. Die Gen-Kartoffeln sollen bei Wildeshausen im Landkreis Oldenburg im Feldversuch getestet werden. Dies stieß auf den vereinten Widerstand der Stadt Wildeshausen, des Landkreises Oldenburg und des ortsansässigen Kartoffelverarbeiters Stöver. Zwar hat die Firma den Versuch zunächst zurückgestellt – angeblich ist noch nicht genügend Saatgut herangezogen worden – doch aufgegeben wurde der Plan bislang noch nicht. Bis zum 21. April 1997 nimmt die BUND-Kreisgruppe Oldenburg-Land noch Einwendungen gegen diese Vorhaben entgegen.
Entsprechende Unterschriftenlisten liegen u.a. im Umwelthaus, Peterstr. 3 aus.
Atemwegserkrankungen, Augenreizungen, Kopfschmerzen, Allergien, ungeklärte Störungen des Allgemeinbefindens und eine Abnahme der Leistungsfähigkeit sind häufig Folgen von Schadstoffemissionen aus Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen. Zu den Substanzen, die solche Gesundheitsbelastungen verursachen können, gehören Formaldehyd, Wirkstoffe aus Holzschutzmitteln, Lösungsmittel, Polychlorierte Biphenyle (PCB) u.a. Die Vermeidung chemisch bedenklicher Bau- und Einrichtungs-Produkte ist wahrscheinlich der wichtigste Aspekt zur Aufrechterhaltung einer gesunden Wohnumwelt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ein Sonderheft zum Thema "Ökologisch Wohnen" herausgegeben. Darin wird beschrieben, worauf man bei der Wohnungseinrichtung achten muß, um den Wohnbereich möglichst von krankmachenden Schadstoffen freizuhalten. Vom Fußboden bis zur Wandfarbe, von der Auswahl der Möbel und Beleuchtung bis zum Kauf eines Fernseh- oder Küchengerätes wird auf 154 Seiten alles abgehandelt.
Das Themenheft kann zum Preis von 19,- Mark beim BUND- Umweltzentrum in Stuttgart, Rotebühlstraße 86/1, 70178 Stuttgart bezogen werden (Tel.(0711)61970-0; Fax 61970-70).
Zu seiner Jahreshauptversammlung lädt der VCD – Kreisverband Oldenburg Stadt – am Dienstag, 22. April um 20 Uhr alle Mitglieder und Interessierten in das Umwelthaus, Peterstr. 3, ein. Es wird ein öffentlicher Vortrag zum Thema "Regionalisierung der Bahn" angeboten (ab ca. 20.30 Uhr).
VCD Kreisverband Oldenburg Stadt
Eine Vogelkundliche Exkursion bietet die Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores am Sonntag, 27. April , um 8 Uhr an. Ziel sind wie im letzten Jahr die Ahrensdorfer Teiche. Dieses südlich des Küstenkanals bei Ahrensdorf gelegene Gebiet zeichnet sich durch einen besonderen Reichtum an Vogelarten aus. Das weitläufige Moorgebiet mit ehemaligen Torfpütten wird seit mehr als zwanzig Jahren von der Stadt Bremen genutzt, die hier einen Teil ihres Klärschlamms abkippt. Neben offenen Wasserflächen locken besonders die Schlammflächen in den unterschiedlichsten Verlandungsstadien Enten und Watvögel in großer Zahl und Artenvielfalt an. Eine Brutkolonie von Lachmöwen hat sich auf dem Gelände angesiedelt und im letzten Jahr konnten die Exkursionsteilnehmer erstmals auch das Blaukehlchen beobachten. Diese "Highlights" rechtfertigen den frühen Beginn und den längeren Anfahrtsweg für diese Exkursion. Treffpunkt ist an der Hauptzufahrt zur Klärschlammdeponie in Ahrensdorf südlich des Küstenkanals.
Für nähere Auskünfte:
Tel.(04405)48178
Das Blankenburger Holz und den neu angelegten Stadtwald hat sich die Bürgerinitiative für Naturschutz und Stadtökologie (BINSE) als Ziel für ihre diesjährige Pfingstwanderung gewählt. Diese Exkursion bietet allen Naturinteressierten etwas. Das Blankenburger Holz, einer der ältesten Wälder im Stadtgebiet, ist von den natürlichen Standortverhältnissen her vielfältig, was sich auch in der Bodenvegetation widerspiegelt. Für ornithologisch Interessierte ist die Exkursion eine Gelegenheit, ihre Artenkenntnisse aufzufrischen. Unter den zahlreichen Singvogelarten des Waldes ist mit etwas Glück auch die Nachtigall zu hören. Aktuelle Naturschutzprobleme, wie das Waldsterben und die Ausbreitung fremdländischer Gehölze in der Landschaft, sind dort erkennbar. Seit eineinhalb Jahren wächst auf der benachbarten Fläche der Oldenburger Stadtwald heran.
Die Wanderung beginnt am Montag, 19. 5. 97 um 19.00 Uhr an der Holler Landstraße/Ecke Werrastraße (Osthafengelände).
Eine Sonderausstellung zum Thema Moor wird am Sonntag, 27. April 1997 im Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte am Damm eröffnet. Die Ausstellung "Ein Hoch auf das Moor – Hochmoorlandschaften zwischen Oldenburg und Papenburg" ist in Zusammenarbeit mit den Moorschutz-Experten der Bezirksregierung Weser-Ems erstellt worden und bietet nicht nur Einblicke in die faszinierende Lebensgemeinschaft des Hochmoores, sondern behandelt auch die Bereiche der Moornutzung und des Moorschutzes. Hinweise auf mögliche Exkursionsziele zum Thema sind ebenso wie Hinweise für die pädagogische Arbeit mit der Ausstellung im Museum erhältich.
Die drei Bereiche Ökologie, Moornutzung und Moorschutz stehen miteinander in Beziehung. Die Entstehung der Hochmoore wird im Abschnitt Ökologie erläutert. In einem kleinen Vivarium befinden sich u.a. lebende Torfmoose, die Pflanzen, aus denen das Moor hauptsächlich gebildet wird. Den hochmooreigenen Wasserhaushalt veranschaulicht eine Fließgrafik; die Voraussetzungen für die Torfbildung werden erklärt und eine großformatige Illustration zeigt die Lebensgemeinschaft mit verschiedenen hochmoortypischen Tieren und Pflanzen. Einen Überblick über die Entwicklung des Torfabbaus und die verschiedenen Kultivierungsverfahren können sich die Ausstellungsbesucher im Abschnitt Moornutzung verschaffen. Historische Fotos und Arbeitsgeräte veranschaulichen die Anstrengungen und Entbehrungen, die mit dem Leben im Moor einst verbunden waren. Daß Torf ein Wirtschaftsfaktor ist, wird anhand der präsentierten Produktpalette verdeutlicht. Das Ausmaß der Moornutzung zeigt eine Gegenüberstellung der maschinellen Torfabbauleistung heute mit der eines Handtorfstichs aus früherer Zeit. Der krasse Gegensatz der Ausdehnung der Moore gestern und heute führt die Dringlichkeit des Moorschutzes vor Augen. Eingängige Illustrationen zeigen die Faktoren, welche heute die unter Schutz stehenden Hochmoorreste und Wiedervernässungsflächen bedrohen. Sie machen deutlich, daß größere Schutzgebiete nötig sind und daß Torf- und Landwirtschaft in die Regelungen eingebunden werden müssen, welche zur Erhaltung der Moorgebiete aufgestellt werden. Schematische Darstellungen geben ein Bild davon, wie die Moorflächen der Region in Zukunft besser geschützt und vernetzt werden können.
Die Ausstellung ist bis zum 22. Juni im Museum am Damm zu besichtigen und wird anschließend als Wanderausstellung in den Gemeinden der Region zwischen Oldenburg und Papenburg präsentiert werden.