Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umwelterziehung und -bildung (ANU) ist eine Initiative von bundesweit über 500 Umweltzentren und versteht sich als Interessenvertretung und Förderer der außerschulischen Umweltbildung.
Gerade vor dem Hintergrund der Agenda 21 bekommt die Umweltbildung eine ganz neue Bedeutung und die Chance, ihren gesellschaftspolitischen Stellenwert deutlicher zu formulieren und wahrzunehmen. Auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, fordert in seinem Jahresgutachten 1995 Umweltbildung in den gesellschaftlich-politischen Kontext einzubinden.
Diesen neuen Aufgaben und Herausforderungen will sich die ANU auf Bundes- und Landesebene mit einer Vielfalt von Angeboten und Aktivitäten stellen. Auf der ANU-Bundestagung 1996 wurde die Einrichtung der Fachsektion "Agenda 21" beschlossen. Die ANU sieht es als ihre Aufgabe an, die bisher bereits erbrachten Leistungen in der Umweltbildung noch deutlicher auf die Agenda 21 zu beziehen, die vorhandenen Ansätze zu analysieren und weiterzuentwickeln. Über die Landesverbände wird die praktische Umsetzung der lokalen Agenda 21 in den einzelnen Zentren forciert.
Daß es dabei auch immer um die materielle und finanzielle Absicherung der Umweltbildung geht, zeigt das Bundesland Bayern. Hier wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (StMLU) für 1997 ein Umweltfond mit einem Volumen von fast 1 Mio DM eingerichtet. Für die Folgejahre sollen aus diesem Topf Vorhaben im Rahmen der Agenda 21 gefördert werden. Die ANU Bayern soll dazu Vorschläge für eine Mittelvergabe machen. Sie hat übrigens auch sämtliche Angebote landesweit in einem Jahresprogramm 1997 zur Agenda 21 zusammengefaßt.
Für alle ANU-Mitglieder gibt der Informationsdienst Umweltbildung, die "ökopädNEWS" viele Hinweise und Berichte zu den bundesweit stattfindenden Angeboten und Aktivitäten zur Agenda 21.
Der Landesverband Niedersachsen/Bremen führt seit 1996 eine Fortbildungsreihe zur Agenda 21 durch. Die Veranstaltung im März 1997 in der "Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer", die vom Niedersächsischen Kultusministerium mitgetragen wurde, hatte den Titel: "Praktische Ansätze zur Umsetzung der Agenda 21". An konkreten Vorhaben in der Land- und Forstwirtschaft wurden solche Ansätze demonstriert und diskutiert. Der Landesverband plant weitere Veranstaltungen.
Friedrich Bornsiep