Oldenburger STACHEL Ausgabe 6/98     Seite 4
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Feministische Partei

Die Landtagswahlen sind vorüber und das große Gepuzzel für die inhaltliche und personelle Ausgestaltung des nächsten Bundestages bedarf keiner weiteren Einmischung?! Sind schon alle Entscheidungen gefallen - im Voraus?

Am Mi.,15. Juli findet um 18:30 h im FrauenLesben-Café (schräg gegenüber des Uni-Schwimmbads) der Carl von Ossietzky Universität eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zu den Inhalten der Feministische Partei - Die Frauen statt. Edith Wahnbaeck, die Vertreterin des Landesverbandes Niedersachsen, wird im ersten Teil des Abends das Parteiprogramm, politische Kerninhalte und den Hintergrund der Partei skizzieren, der Schwerpunkt der Veranstaltung soll jedoch in der anschließenden Diskussion liegen. Um schon mal eine erste Auseinandersetzung zu forcieren, seien hier nun einige Aspekte des parteilichen Selbstverständnisses und Forderungen genannt. Nun gebt fein acht, und reagiert bitte durch Gedankenvielfalt und Präsenz - bis denne!

Zitat: 'Warum wir eine feministische Partei sind?- Wir haben uns ganz bewußt entschieden eine feministische Partei zu sein!

1. Wir wollen von den Bedürfnissen von Frauen ausgehen!

2. Wir wollen eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen, z.B. der traditionellen Rollenverteilung!

3. Wir streben die Veränderung der patriarchalischen Kultur an!

4. Wir wollen mehr politische Macht für Frauen!

5. Wir sind überzeugt, daß die bestehende Gesellschaftsordnung - Staat - Produktion - Reproduktion - und die Verteilung aller Güter aus der Sicht von Frauen neu gestaltet werden muß!

6. Die prekäre Weltlage, in der wir uns befinden, die Armut, der Hunger, die Ausbeutung von Menschen und der Raubbau an der Natur, alle Kriege und die Gefährdung unseres Lebens durch Atomkraftwerke und Chemieindustrie sind Werke von Männern. Sie sind in den Köpfen von Männern entstanden und werden unter der Herrschaft von Männern ausgeführt.

7. Wir versprechen uns von einer Politik von Frauen eine vernünftigere, am Leben und an den Bedürfnissen aller Menschen orientierte Herangehensweise an sämtliche politische Fragen.

8. Wir wollen mehr politische Macht für Frauen. Der zahlenmäßige Anteil der Frauen im Bundestag, im Landtag und in den Kommunalparlamenten muß auf mindestens 52% erhöht werden, das entspricht dem gesellschaftlichen Spiegel. Unsere eigentliche Aufgabe besteht jedoch darin, als Feministinnen selbst in das Geschehen einzugreifen. Hierbei gehen wir von der Überzeugung aus, daß feministische Politik für alle Menschen sinnvoll und die Voraussetzung für das Weiterleben auf dieser Erde ist.

9. Wie setzen uns ein für die Schaffung regionaler, sozial kontrollierbarer Wirtschaftsräume, in denen im Einklang mit der Natur und in demokratischer Weise das produziert wird, was den Grundbedürfnissen der Menschen in der Region entspricht. Jede Region muß ihren Grundbedarf eigenständig decken können.

10. Wir wollen ein Wirtschaftssystem, in dem jede Person von dem Ertrag ihrer Arbeit in Würde leben kann.

11. Frauen haben ein Recht darauf, selbst darüber zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen, ohne jede staatliche oder ärztliche Einmischung. Weg mit dem § 218.

12. Wir wollen , daß Mädchen und Frauen vor sexistischer Gewalt in- und außerhalb der Familie wirksam geschützt werden. Sexistische Gewalt kommt nicht am Rande der Gesellschaft vor, sondern in ihrer Mitte: Sie betrifft Frauen aus allen Alters- und Berufsgruppen und aus allen sozialen Schichten. Zur Vorbeugung ist es erforderlich, eine patriarchatskritische Jungenarbeit zu leisten, die auf ein neues männliches Selbstverständnis hinarbeitet, das sich nicht über Dominanz und Gewalt definiert.

13. Wir wollen eine Schule, in der Mädchen und Jungen sich individuell entfalten können. Lehrerinnen und Lehrer sollen sie begleiten und sie darin unterstützen, Verantwortung zu tragen, Konflikte und Probleme solidarisch zu lösen und Widerstand gegen hierarchisches Denken zu leisten.

14. Wir verstehen die Gestaltung einer feministischen Gesellschaftsordnung als einen Entwicklungsprozeß, in dem noch vieles neu erdacht werden muß. Eines wissen wir jedoch schon heute: Wir wollen weder auf Kosten anderer Völker noch um den Preis einer zerstörten Natur leben. Wir sind auch nicht bereit, umsonst, unterbezahlt oder ohne soziale Absicherung zu arbeiten.'

Veranstalterin des Abends ist das 'Autonome feministische Referat für Lesben und alle andere Frauen' ( Tel: 798-2959) und denkt bitte daran, daß das Café männerfreier Raum ist.


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.


 

 
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