Oldenburger STACHEL Ausgabe 3/98     Seite 10
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Blockwartausbildung?

Einen "Scherz" besonderer Art meinen sich "Spaßvögel" an der Volkshochschule (VHS) Nordenham/Brake geleistet zu haben. Ein gewisser Phil Marlowe sei Trainer eines 2500,-DM teuren Kurses, deren beschriebene Inhalte durchaus mit den Eigenschaften und dem Verhalten typischer Spießer übereinstimmen. Wer genügend Sozialschmarotzer anschwärze, habe die Gebühr schnell wieder zurück.

Nach mehrfachen telefonischen Versuchen und Weiterschaltungen die Antwort aus Nordenham: "Ach so, daß ist doch unser April-Scherz." Allerdings: Wer kennt schon das Detektiv-Pseudonym von Humphrey Bogart, die Programmbeschreibung wurde für einen angeblichen "Aprilscherz" etwas früh gedruckt (im Januar!) - letztlich ist der "Gag" wohl eher ein Spiel mit dem Feuer.


Kleine Ergänzung

Für einige leicht mißverständlich wirkte im STACHEL des vergangenen Monats die Formulierung zu AStA-Wahl, dieser sei en Bloc gewählt worden. Natürlich wurde - wie es formal gefordert wird - der Vorstand des AStA zunächst einzeln gewählt. Zur en-Bloc-Abstimmung standen lediglich die ReferentInnen (gewissermaßen die BeisitzerInnen im Vorstand).


D.I.R. in Finanznot

Das Dokumentations- und Inormationszentrum Rassismusforschung (D.I.R.) in Marburg ist in akuter Finanznot. Die Einrichtung gibt es seit 1994. Aufgerüttelt von den Überfällen und Brandanschlägen gegen AusländerInnen hatten sich damals mehrere Studierende zusammengetan. Ihnen war aufgefallen, daß es in Deutschland keine institutionalisierte Rassismusforschung gibt, wie sie z.B. in den Niederlanden verankert ist. Deshalb mußten sich die Marburger auch ihre erste Adressenliste der verschiedenen deutschen Vereinigungen von der Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam holen.

Zu finden ist D.I.R. u.a. im Internet. Wer heute an einer internationalen Suchmaschine das Stichwort "Rassismus" eingibt, landet schnell bei den Marburgern. Daneben erstellten sie beispielsweise eine Wanderausstellung mit antirassistischen Plakaten und sorgten für die deutsche Übersetzung des UN-Berichtes über die gegenwärtigen Formen des Rassismus in Deutschland.

Auf insgesamt 700 WWW-Seiten finden sich Hinweise auf Literatur, Filme, Seminare, Ausstellungen, Initiativen an Hochschulen und Kongresse. Gesammelt werden Rezensionen, Statistiken, Definitionen von Rassismus, grundsätzlich Erklärungen und Dokumente.

Zudem bietet D.I.R. einen elektronischen "Ausschneidedienst", es werden Online-Zeitungen und Zeitschriften nach dem Thema Rassismus durchforstet. 1750 Artikel wurden mittlerweile eingespeist. Dabei ist den MitarbeiterInnen aufgefallen, daß das Interesse der Medien am Thema nachläßt. Über viele Übergriffe gegen Ausländer werde in den Zeitungen nicht mehr berichtet, insbesondere, wenn sie in den alten Bundesländern stattfänden. Dagegen werde über rassistische Vorfälle im Osten Deutschlands fast immer berichtet.

Nähere Informationen: Dokumentations- und Informationszentrum für Rassismusforschung, Postfach 1221, 35002 Marburg,

Tel. 06421/37722 (Sprechzeiten Dienstag und Mittwoch von 9 bis 18 Uhr).

FAX 06421-37794.

Email: dir at mailer punkt uni-marburg.de.

Listserver: dir-ml-request at lists punkt uni-marburg.de (subscribe)

WorldWideWeb (WeltWeitesWarten ;-): http://www.uni-marburg.de/dir/

Spendenkonto: Sparkasse Marburg-Biedenkopf (BLZ 533 500 00), Kontonnummer 101 100 7518.


Oster-Protest-Wanderung

auf dem Weg zur FREIen HEIDe am Sonntag, 12. April 98. Der fünfte Ostermarsch im 6. Jahr des erfolgreichen Widerstandes gegen das BombenTerrortorium für den "Eurofighter" ist zugleich die 48.Protestwanderung. Bisher machten sich über 50.000 DemonstrantInnen auf den Weg, den europagrößten Bombenterrorabwurfplatz zu verhindern. Es geht um mehr als extreme Lärmbelatungen bei geplanten 24.000 Anflügen pro Jahr mit Nacht- und Tiefflügen bis 30m zu verhindern.

Es geht um mehr als den Erhalt eines Erholungsgebietes mit dutzenden Seen, geschlossenen Wald- und Heideflächen, der industriellen und touristischen Wirtschaftsstruktur und über den Erhalt von Tausenden Arbeitsplätzen hinaus: Es geht um das Elementare, Widerstand gegen Kriegseinsätze zu leisten.

Deshalb: Zeichen setzen für den Frieden! Am 12.4.98 um 14 Uhr in Fretzdorf nahe Wittstock. Zentrale Thema ist die Anti-Minen-Kampagne. Wer aus Oldenburg hinfahren möchte, kann sich bei der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen unter Telefon 04407-424 melden.

Für den laufenden Gerichtprozeß gegen die Ausbildung von Fliegern zur Vernichtung ganzer Landstriche wird dringend Geld benötigt: BI FREIe HEIDe e.V. Kto.Nr 168 0000 167 bei Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, BLZ 160 50 20. Spenden sind steuerlich absetzbar.


FREIe HEIDe - Protestwanderungen

sind am 12.4., 7.6., 2.-4.7., 6.9., 31.10.. Bei eintätigen Veranstaltungen ist Treffpunkt jeweils um 14 Uhr. Nähere Informationen: Bürgerinitiative FREIe HEIDe Kyritz-Wittstock-Ruppin e.V., Robert-Koch-Str. 7, 16816 Neuruppin, Tel./Fax 03391/398047 oder Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Friedensgesellschaft e.V., c/o Gerold Korbus, Postfach 3362, 26023 Oldenburg, Tel. 04407-424.


Europa ohne Grenzen

Diesem Motto hat sich die Vermittlungsagen tur Au Pair Network International mit ihrem ausgefeilten Europa-Programm verschrieben. Die Vermittlungsschwerpunkte liegen in Großbritannien, Irland, Spanien, Frankreich, Italien, Schweiz, Niederlande, Belgien, Island und den skandinavischen Ländern. Angeboten werden dabei Aufenthalte von zwei bis zwölf Monaten. Weiter Information bei: Au Pair Network International, Dürenstraße 3, 53173 Bonn, Tel. 0228/95695-0


Fahr nicht fort, kauf im Ort!

Der zunehmenden Ansiedlung von Verbrauchermärkten auf der sogenannten "Grünen Wiese" an Autobahnen und in Gewerbegebieten möchte der Landesverband Niedersachsen des VCD mit seine Kampagne "Fahr' nicht fort, kauf' im Ort!" begegnen. "Immer mehr Städte und Gemeinden klagen über Umsatzrückgänge im örtlichen Einzelhandel. Viele Kunden fahren schon wegen kleinerer Einkäufe mit dem eigenen Pkw zu den großen Berbrauchermärkten an die Stadtränder, obwohl örtliche Geschäfte das gleiche Angevot bereithalten!", beklagt VCD-Landesvorsitzender Martin Delank.

Die zusätzlichen Autofahrten stellen dabei nach Angaben des VCD ein stetig wachsendes Umweltproblem dar. Vielen Kuninnen und Kunden ist gar nicht bewußt, daß sie mit ihrem eigenen Einkaufsverhalten einen Beitrag zur alltäglichen Umweltverschmutzung durch den Pkw-Verkehr leisten. Weiterhin befürchtet der VCD bei einer anhaltenden Abwanderung der Kundschaft eine weiter Schwächung der ländlichen Infrastruktur.

Der VCD appelliert deshalb an alle Verbraucherinnen und Verbraucher, nach Möglichkeit beim Einkauf auf Fahrten mit dem Pkw zu verzichten und lieber einmal das eigene Fahrrad für den Besuch beim Kaufmann um die Ecke zu nutzen.


Großprojekte und Bürgerbeteiligung

Auf Einladung des VCD, Landesverband Niedersachsen, referierte Oliver Ibert, Student der Sozialgeographie und Politikwissenschaften an der Carl-von-Ossietzky-niversität Oldenburg, die Ergebnisse seiner Magisterarbeit zum Thema "Erweiterte Bürgerbeteiligung an der EXPO 2000". Der VCD und Ibert verfolgen die Frage, wie der Anspruch nach einer erweiterten Bürgerbeteiligung in die Realität umgesetzt wurde.

Große Ereignisse wie die Weltausstellung in Hannover stehen nut noch selten als Selbstzweck da, vielmehr werden sie immer häufiger damit gerechtfertigt, daß sie zur Erreichung von stadtentwicklungspolitischen Zielen und zur Stärkung der gastgebenden Stadt im internationalen Konkurrenzkampf dienten. Dabei monieren jedoch die Kritiker, ein solches Ereignis könne schlechterdings nicht als Instrument der Stadtpolitik betrachtet werden, weil es primär eigene Ziele verfolge und dabei einer starken inneren Eigendynamik folge. Es übergehe die spezifischen lokalen Besonderheiten und entziehe sich einer demokratischen Kontrolle.


Knäste überflüssig machen!

Der jetzt laufende Ausbau der Hindenburgkaserne in der Cloppenburger Straße steht im Kontext einer bundesweiten Politik, die unter dem Schlagwort "Innere Sicherheit" im gleichen Maße Repression, Kontrolle, Polizei und Bestrafung aufbaut, wie sie soziale Leistungen des Staates abbaut. Allein in Niedersachsen werden die Knäste in Meppen, Lingen und Hameln um jeweils hundert Plätze erweitert. Die bundesdeutsche Gesellschaft scheint 1998 der Überzeugung zu sein, daß der Staat neue und härtere Instrumente zur Kriminalitätsbekämpfung braucht. Mit ungenauen Regelungen wie dem 1996 in Niedersachsen erstmals legalisierten "Aufenthaltsverbot" kann die Polizei ganze Stadtteile gegen unliebsame Indivduen abschotten (vergl. unseren Leitartikel).

Es handelt sich hierbei um die Spaltung der Gesellschaft in schützenswerte Konsumbürger und störende Menschen minderen Rechts. Vor allem die Fixierung auf Ausländer und das Bedrohungsszenario "organisierte Kriminalität" erfüllen den weiteren Zweck, von inneren sozialen und wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Soll die Propaganda mit der Kriminalität funktionieren, muß sie aber auch die Abstrafung des solchermaßen konstruierten Feindes beinhalten. Auch deshalb wird dieser Knast gebaut.


Internationale Solidarität

Am 16.2. kamen 40 Besucher zur gemeinsamen Veranstaltung der ALSO und von Solidarität International e.V. Als Gäste wurden Peter Huxley und Terry Berrett, Vertrauensleute aus Liverpool, begrüßt. Nach 28 Monaten wurde Ende Januar einer der längsten Streiks der englischen Geschichte auf Beschluß der Dockers mit einem Kompromiß beendet.

Ihnen sollte in neuer Tarifvertrag aufgezwungen werden, der auf täglicher Anheuerung basierte: Ohne Anspruch auf Krankengeld oder Altersrente.

Da nicht nur die Hafenarbeiter weltweit mit diesem Sozial-Dumping konfrontiert werden, wurde die internationale Solidarität organisiert. das ermöglichte es ihnen, so lange durchzuhalten. Auch wenn sie den Streik nicht gewonnen haben, stehen sie zu ihrer Entscheidung, denn "der Jugend muß eine lebenswerte Zukunft übergeben werden."


Geschlecht und Körpersprache

Gehen, sitzen, stehen, laufen Männer und Frauen gleich? Welche Rolle spielt die nonverbale Kommunikation in Begegnungen mit anderen Menschen. Haben sich die patriarchalen Verhältnisse unserer Gesellschaft in unserem Körperausdruck abgebildet? Wo setzen wir - Männer und Frauen - unsere Körpersprache ein, unsere Ziele zu erreichen?

Um diese Fragen wird es in einem Seminar vom 24.4.-26.4. gehen. Gearbeitet wird unter anderem mit der Methode Szenisches Spiel. Mit Rollenspielen und Standbildern aus unserem Alltag sollen Signale unserer Körpersprache herausgearbeitet und in Frage gestellt werden. Anmeldung und Information bei Patchwork, Kaiserstr. 24, 26122 Oldenburg, Tel. 17111, Fax 2489663.


Paten-Omas

Für die älteren Menschen ist es eine Gelegenheit, den Kontakt mit der jungen Generation zu halten, für die jungen Eltern bedeutet ihre Hilfe eine große Entlastung und nicht zuletzt die Gewißheit, daß ihr Kind in guten Händen ist: Der Verein zur Förderung der Kinderbetreuung vermittelt vorrangig ältere, aber auch jüngere Menschen zur Kinderbetreuung. Die Vermittlung ist Kostenlos, für die Betreuungstätigkeit erhalten die Betreuungspersonen von den Familien eine Vergütung von 6,-/8,-DM pro Stunde.

Verein zur Förderung der Kinderbetreuung, im PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg, Sprechzeiten: Mo. und Do. 15-17h, Tel. 235- 2787


Sicher durch die Nacht

Von April bis September fährt das Frauenmobil wieder jede Nacht von 21-4h. Mitfahren können Frauen und Mädchen ab 14 Jahren und Frauen mit Kindern bis 14 Jahren zum Preis von 6,-DM. Sie müssen das Frauenmobil telefonisch über die Rufnummer 81113 anfordern: Name, Telefonnummer, Adresse (und was tut Mann dann damit? d.S.) und Fahrtziel werden bei der Bestellung erfragt, das Frauenmobil kommt dann innerhalb von 30 Minuten. Näheres beim Frauenbüro, 235-2135, oder bei Funkmietwagen Hatscher GmbH, 24077.


Stachel sucht...

Leute! Wir brauchen dringend Unterstützung. Zum anderen suchen wir Unterzeilen für unseren Titelkopf in diversen Sprachen. Wer uns also "Magazin für Politik und Kultur in Oldenburg und Umgebung zur Monatsmitte" übersetzen möchte, melde sich bei uns oder sende einfach seine Übersetzung ein (bitte deutlich schreiben und Rücktruftelefon angeben.) Thanx, Dank je wel, Merci etc.


Es ist eine Karte auf Reisen ...

Zwei Monate und mehr brauchte eine Postkarte, um nach der Abstempelung im Briefzentrum Oldenburg Tweelbäke wieder zurück zur Absenderin zu gelangen. Der Empfänger versucht seit einiger Zeit Auskunft von der Post zu bekommen, wo seine restliche Post geblieben sein mag, die ihn in dieser Zeit ebenfalls nicht erreicht hat, und die - anders als die Postkarte - auch nicht an die AbsenderInnen zurückgeschickt wurde.

Drei Nachsendeanträge hatte er nach eigener Angabe gestellt - zwei davon nach Anraten von MitarbeiterInnen der Deutschen Post AG auf ein Postfach, einen weiteren auf seine neue Adresse. Als er die Postfiliale am Bahnhof in Oldenburg aufsuchte, um festzustellen, wo seine Post bliebe, bekam er die Auskunft, daß es keinen einzigen Nachsendeantrag gäbe. Die Bitte auf einen Nachsendeantrag mit Bestätigung wurde zunächst abgelehnt. Erst der herbeigerufene freundliche Dienststellenleiter erstellte beides.

Väter sind sowieso unzuverlässig!?

Unangenehm fiel bei dieser Angelegenheit ein Mitarbeiter der Postfachverwaltung auf. Nach Mitteilung des Postnutzers wurde seine Unterschrift von diesem Mitarbeiter angezweifelt. Das Kind des Postnutzers müsse eine eigene Erklärung abgeben, daß es seine Post nachgesandt haben möchte. Die rüde Erklärung für dieses Ansinnen: "Wir kennen Väter. Die stellen ihren Kindern die Post auch schon mal nicht zu." Im konkreten Fall gibt es keinen Anlaß für eine solche anmaßende Äußerung.

Unklar ist immer noch, welche Kreise die eingangs genannte Postkarte in den zwei Monaten ihres Verschwundenseins gezogen hat. Möge die Post findig sein und den dazugehörigen Stapel an Briefen und Zeitungen aufstöbern.

Wer hat als Nutzer-in der Post ebenfalls Unangenehmes erlebt? Kontakt für Erfahrungsaustausch: Telefon 04407-424 (Q).


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