Oldenburger STACHEL Ausgabe 3/98     Seite 13
 
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Gildo for president!

Nicht lang ist's her, da machte sich ein revolutionärer Barde auf, um die internationale Bühne des Grand prix de la Chanson zu erobern. Anfangs noch belächelt, erkannte der treue deutsche Liebhaber die lauernde Gefahr nicht. Plötzlich das alles entscheidende Endergebnis: über 60% der Anrufer wählten Gildo Horn zur Repräsentationsfigur der deutschen Musikkultur. Schweißnaß und kreidebleich schlugen alteingesessene Zuschauer die Hände über dem Kopf zusammen. Eine Mischung aus Resignation, Enttäuschung und purem Schock durchzuckt die Gesichter des anwesenden Publikums. Auf der anderen Seite die frenetisch feiernden Fans des Nußecken- Liebhabers. Aber wie konnte so etwas passieren? Manch einer schaut auf die ausgelassenen Fans des neuen Medienstars und wundert sich über eine Begeisterung, wie sie normalerweise nur bei einem Gewinn einer Fußballweltmeistersch aft aufkommt. Doch schaut man genauer hin, findet man in dieser Zustimmung nicht nur das Wiedererwachen einer Generation in diesem Musiksektor, sondern vielmehr auch noch eine positive Protesthaltung gegenüber dem schon etwas verstaubten Grand-Prix-Status. So entwickelt sich eine feiernd rebellierende, emotionsvolle Bewegung um dem neuen Liebling. Gildo Horn gibt dieser Masse, was sie braucht, und nutzt die vorhandene Euphorie, um sich berühmt zu machen. Doch ob man nun Freund oder Feind dieses schönen Jüngling ist, eins ist sicher: Durch den entstandenen Medienrummel steigen Einschaltquoten und somit Nachfrage nach dem doch schon fast vergessenen Grand Prix de la Chanson gewaltig. Und damit sind sich alle Veranstalter und Produzenten einig: Den Gildo den haben auch wir lieb!

Eric


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