Oldenburger STACHEL Nr. 9/95

Es schwingt so schön ...

Mit Abstand lebt sich's besser!

Strahlung aller Orten - ist Panik angesagt? Diese Frage kann derzeit niemand beantworten. Viele Zeichen deuten dringenden Handlungsbedarf an. Wer jedoch meint, "beruhigen" zu müssen, "ist doch alles nicht so schlimm", muß sich vorhalten lassen, daß die wenigen bisher bekannten Zeichen am "wissenschaftlichen Horizont" zur Unruhe mahnen.

So hat der Lübecker Wissenschaftler von KLITZING nachgewiesen, daß sich das Bild der menschlichen Gehirnströme unter dem Einfluß der Wellen von Mobiltelefonen (Handys) derartig ändert, daß Muster sichtbar werden, die zuvor noch keine MedizinerIn gesehen hat. Zudem haben diese Veränderungen einen "Nachhalleffekt". Das bedeutet, daß diese Veränderungen (abnehmend) noch nach einer Woche ohne Einfluß der Quelle erkennbar sind.

Auch andere Alltäglichkeiten haben schleichende und deshalb selten beachtete - wenn auch häufig auftretende Nebenwirkungen. So leben viele Menschen auf Du und Du mit ihrem Elektropieper. Wer seinen Radiowecker direkt neben dem Bett stehen hat, schläft möglicherweise zukünftig besser, wenn eine deutliche Distanz gewählt wird.

Neuere Untersuchungen sind möglichen Ursache- Wirkungszusammenhängen auf die Spur gekommen. So sollen elektromagnetische Wellen - oft wird von Elektrosmog gesprochen - auf die Zirbeldrüse im Kopf des Menschen wirken. Diese ist unter anderem für die Produktion von verschiedenen Hormonen - hier Serotonin und Melatonin - verantwortlich. Seit langem ist bekannt, daß bei Tageslicht mehr Serotonin produziert wird - Depressionen nehmen ab. Melatonin hat mit der Schlaftiefe und mit dem Schutz vor Krebs zu tun. Unter dem Einfluß von elektromagnetischen Wellen und Feldern nimmt die Melatoninproduktion ab. Gleichzeitig ist die Abnahme von wichtigen erholsamen Schlafphasen zu beobachten. Die Menschen werden "desynchronisiert". Die Wirkung des Aufenthalts tagsüber in geschlossenen Räumen (= weniger Tageslicht) sowie die kunstlichtliche Verlängerung unserer Tage tun das übrige.

Deshalb ist nicht nachvollziehbar, daß in Oldenburg z.B. ein StudentInnenwohnheim in unmittelbarer Nähe einer Hochspannungsleitung gebaut wurde (GSG und Stadtrat / -verwaltung). Weiterhin wurde vor kurzem in Westerstede bekannt, daß die Verantwortlichen ein neues Wohngebiet unter einer bereits existierenden Hochspannungsleitung ausweisen wollen.

Es wäre schön, wenn sich in diesem Land endlich entwickelte, was in anderen Regionen der Erde bereits Usus ist: Z.B. muß in den USA bei dem Verkauf eines Hauses unterhalb einer Hochspannungsleitung daraufhingewiesen werden, daß das Wohnen in einem solchen Haus zu gesundheitlichen Problemen führen kann (nicht zwingend führen muß - was die Diskussion so schwierig macht). In der Sowjetunion und heute in der Ukraine und in Rußland gelten wesentlich geringere Grenzwerte als in der Bundesrepublik. Immerhin gibt es seit kurzem in der BRD "Grenzwerte" aufgrund der neuen "Elektrosmogverordnung". Diese sind aber viel zu hoch und können allenfalls die schlimmsten Auswüchse verhindern helfen. (Wesentlicher Gesichtspunkt ist hier die thermische Wirkung der Wellen - Resonanzen und andere Phänomene wurden von den "Vorschreibenden" nicht beachtet.)

Was können wir tun?

Das erste Wichtige ist, die Möglichkeit einer Gefährdung durch elektromagnetische Felder und Wellen bei unserem Denken mit in Betracht zu ziehen.

Mit Abstand leben wir gesünder!

Bei einer Informationsveranstaltung der GRÜNEN/BÜNDNIS 90 Ammerland zu dem genannten Projekt in Westerstede trug der eingeladene Baubiologe Harald Meier eine eindrucksvolle Angelegenheit vor: Ein Kind war aus unerklärlichen Gründen schwer krank. Die Schulmedizin stand vor einem Rätsel. Das Kind schlief mit einem Spielzeug, in das ein Radio eingebaut war. Magnetfeldstärke: 140000 nT. Nach der Entfernung dieses Gerätes vom Schlafplatz gesundete das Kind ohne weitere Therapie. Die "Empfehlung" eines (Grenz-)wertes sah 400000 in der entsprechenden DIN-Richtlinie (0848) vor. Von Herrn Meier empfohlene Grenzen liegen für Schlafplätze bei 20 nT.

Weiterhin sollten wir aufmerksam unsere Umwelt beachten und Orte mit starken elektromagnetischen Einflüssen meiden: Z.B. setze ich mich nicht mehr in den Wagon hinter einer Elektrolokomotive, seit ich dort eine Messung durchgeführt habe. Ich denke, daß dort ein Gepäckwagen hingehört, wo kundenfreundlich z.B. Fahrräder untergebracht werden können, und wo sich während der Fahrt niemand aufhalten sollte - in den Gepäckwagen sollten also auch aus gesundheitlichen Gründen keine RollstuhlfahrerInnen abgeschoben werden, wie das früher gebräuchlich war. Aber das verbietet sich aus menschlichen Gründen ohnehin. (Und wieder denkt niemand an die LokomotivführerIn...)

Bei der Kaufentscheidung neuer Geräte ist es wichtig, auch diesen Bereich mit in die Überlegungen einzubeziehen.

Weitere Informationen: Oldenburger Energierat, Bloherfelder Straße 87, Tel. 52333 (Q). Bürozeiten Mo-Fr 9-12.30 Uhr

Gerold Korbus


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