Vier Monate sind jetzt vergangen, seit der erste ins Zwischenlager in Gorleben eingelagert wurde und noch immer ist - wir können es nicht oft genug wiederholen - vom Abflauen des Widerstandes keine Spur - im Gegenteil!Castor ins Zwischenlager in Gorleben eingelagert wurde und noch immer ist - wir k"nnen es nicht oft genug wiederholen - vom Abflauen des Widerstandes keine Spur - im Gegenteil!
Seit Anfang Juni regt sich auch die andere Seite wieder verstärkt. So hat am 2. Juni das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine erweiterte Einlagerungsgenehmigung für die Gorlebener Castor-Halle erteilt. Das bedeutet, daß nun statt der bisher erlaubten 1500 t die Einlagerung von 3800 t hochradioaktivem Müll möglich ist. Außerdem ist die Einlagerung von weiteren Castor-Typen mit z. T. erhöhtem Abbrand der Brennelemente (höhere Radioaktivität) freigegeben. Im Hinblick auf die bevorstehenden Transporte aus der Wiederaufbereitungsanlage (WAA) La Hague sind zwei Behälter-Typen für Transport und Lagerung von Glaskokillen in die Genehmigung gleich miteingeschlossen worden.
Da diese Genehmigung die alte Einlagerungsgenehmigung ablöst und somit auch alle Klagen gegen die letztere hinfällig sind, wurde eine Klage gegen die neue Genehmigung eingereicht. Diese hätte eine aufschiebende Wirkung gehabt. Am 26. Juli erteilte das BfS für die Genehmigung jedoch Sofortvollzug, d. h. die Klage hat keine aufschiebende Wirkung mehr und Transporte können auch schon vor einem Urteil stattfinden. Inzwischen läuft ein Eilantrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, doch ob dieser erfolgreich ist, bleibt offen.
Das ganze hängt wohl damit zusammen, daß beim BfS zwei Anträge auf Transportgenehmigungen vorliegen. Einer betrifft La Hague, der andere einen Castor aus dem AKW Grundremmingen. Bevor aber ein Transport stattfinden kann, gibt es für die BetreiberInnen noch einige Hindernisse zu überwinden. Wie schwierig das sein wird, ist nicht zuletzt vom Druck der Castor-GegnerInnen abhängig. Noch gibt es auch auf der behördlichen Schiene einige Barrikaden: Einige Bestimmungen aus der neuen Genehmigung, die aufgrund der Pannenserie beim Beladen des Castors in Phillipsburg eingebracht wurden, geben dem niedersächsischen Umweltministerium weitreichende Möglichkeiten den Transport zu verzögern. Das setzt natürlichen den politischen Willen voraus und es liegt an uns, diesen herzustellen.
Eine weitere Hürde könnte das Fehlen der ,Nebenbestimmung 24" in der neuen Genehmigung sein. Diese Bestimmung verpflichtete das absendende AKW, einen defekten Castor-Behälter zurückzunehmen. Im Zwischenlager gibt es keine Möglichkeit, defekte Behälter umzupacken!
Und schließlich hat das Gutachten des Marburger Nuklearmediziners Horst Kuni, wonach die aus dem Castor dringende Neutronenstrahlung in ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung völlig unterschätzt wurde, Innenminister Glogowski dazu veranlaßt, zu versichern, daß ,seine" Polizei erstmal nicht mehr zur Bewachung von Castor-Transporten abgestellt wird. Allerdings nur solange, bis feststeht, daß keine gesundheitliche Gefährdung für die eingesetzten BeamtInnen besteht. In der Zwischenzeit hat Innenminister Glogowski mit dem BfS bereits Gespräche über einen neuen Transporttermin geführt.
Die Zeichen verdichten sich, wir müssen wieder aktiv werden. Auch in Oldenburg haben sich wieder einige Gruppen zusammengeschlossen und ein Konzept für den nächsten Castor-Alarm entwickelt. Der Schwerpunkt wird wieder auf der Mobilisierung ins Wendland liegen. Mitfahrgelegenheiten und Schlafplätze werden organisiert. In der Woche vor dem möglichen Transporttermin werden in Oldenburg verstärkt Aktionen und Veranstaltungen stattfinden, nach dem altbekannten Motto: ,Den Castor stoppen, bevor er losfährt!" (Das gilt übrigens auch schon jetzt!) Es gibt u. a. eine Fahrraddemo, ein Rechtshilfeabend und ein Infoabend für Leute, die ins Wendland fahren, aber auch für die, die in Oldenburg bleiben wollen/müssen und trotzdem nicht tatenlos zusehen wollen.
Daß der Widerstand Geld kostet ist altbekannt. Und daß wir uns über Spenden freuen (OlgA-Stichwort: ,Castor"-Kto.: 17183815, Blz.: 28050100, LzO, S. Schneider), ist auch nicht neu. Da vom letzten Castor-Alarm noch Schulden übrig sind, findet am 12. Oktober eine Gorleben-Solifete im Alhambra statt. Außerdem ist in der O-Woche eine Info-Veranstaltung mit einer/m ReferentIn aus dem Wendland geplant.
Also, packen wirïs wieder an, damit die Ankündigung: ,Beim nächsten Mal wirdïs noch teurer!" kein leeres Versprechen war...
Jutta für die OlgA
(OldenburgerInnen gegen Atomkraft)