Das Bundesgesundheitsamt (BGA) - nicht unbedingt die schnellste und konsequenteste Institution im Sinne des Gesundheitsschutzes - hatte bereits vor einiger Zeit davor gewarnt, Schwangeren, Stillenden und Kindern Amalgam einzusetzen. Dürfen wir daraus schließen, daß die am meisten verwendeten Zahnfüllungen gesundheitlich doch nicht so unbedenklich sind, wie uns vorher fast alle - einschließlich des BGA - Glauben machen wollten?
In der Zwischenzeit haben die Krankenkassen und das Bundesgesundheitsministerium einen Schritt nachgezogen. Neuerdings sollen die gesamten notwendigen Kosten für Kunststoffüllungen übernommen werden.
Nunmehr fühlen sich die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen berufen, vor den überaus großen Gefahren von Kunststoffüllungen zu warnen. Von ärztlichen Kunstfehlern ist die Rede, der Kleber soll Formaldehyd in den Knochen abgeben und das Füllungsmaterial selbst sei überhaupt nicht erforscht.
Da niemand genügend Informationen hatte, die sich hieraus ergebenden Fragen zu klären, sei hier nur eine Frage angefügt:
Wenn Kunststoffe so gefährlich sind, wie neuerdings behauptet wird, warum konnten diese Stoffe im Vorderzahnbereich über lange Zeit verwendet werden, ohne daß wir PatientInnen auf die "überaus großen Gefahren" hingewiesen wurden?
Hierbei soll nicht in Abrede gestellt werden, daß es sich bei den Kunststoffen eben auch nicht um eine gute Alternative zur chronischen Quecksilberamalgamvergiftung handelt. Bereits die relativ geringe Haltbarkeit der Füllungen verhindert einen solchen Schluß.
Zum Gedankenaustausch über diese Fragen können Menschen am letzten Donnerstag im Monat um 18 Uhr bei der BeKos - Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen in der Lindenstraße 12, Tel. 88 48 48, zusammenkommen.
Gerold Korbus