Oldenburger STACHEL Nr. 4/95
Kurz Berichtet
WenDo-Workshop
Der Verein Frauen lernen gemeinsam e.V.
bietet am 20./21.5. einen WenDo-Workshop an.
WenDo ist eine Form der Selbstbehauptung und
Selbstverteidigung, die spezielle für Frauen
entwickelt wurde. Mehr Informationen gibt es
unter Tel: 12421
Hilfe nach Totgeburt
Für Frauen, die eine Totgeburt hinter sich
haben,
soll eine neue Selbsthilfegruppen gegründet
werden. In gemeinsamen Gesprächen können
Erfahrungen und Ängste mit-geteilt werden.
Der Austausch in einer Gruppe Gleichbetroffen
er kann in dieser Lebenssituation häufig eine
große Stütze sein. Frauen, die sich
angesprochen fühlen, können weitere
Informationen unter Tel.: 506253 erhalten.
Rammbaff-Theater weggekürzt?
Hannovers ältestes Kindertheater
"rammbaff" ist von der Schließung bedroht.
Nach der Kürzung öffentlicher Fördergelder
von 148000DM auf 78000DM kündigte die
Trägergemeinschaft zum 31. März dem
Stammensemle. Alle folgenden geplanten
Aufführungen und Theaterprojekte an Schulen
müssen ausfallen. In der Vergangenheit griff
Rammbaff aktuelle Themen auf, z.B. das Stück
"Mohammed", das das Schicksal von
Flüchtlingskindern schildert. Ob Rammbaff
doch noch bis
Ende 95 gerettet werden kann, hängt von
Spenden ab. Langfristig kann die Existenz
jedoch nur von der Stadt Hannover gesichert
werden.
SWT bleibt
Das "Schöne Wochenende Ticket" wird erst
einmal bis zum 31.12. beibehalten. Lediglich
die Tarife für Großgruppen werden
abgeschafft. Dieses teilte uns die Bahn AG
auf Anfragen mit. Das SWT wurde Anfang
Februar eingeführt. Bis zu fünf Personen
können damit am Wochenende in Eilzügen für
15DM soweit fahren wie die Schienen führen.
Großgruppen wurden ebenfalls stark
gefördert.
Der Erfolg blieb nicht aus. Plötzlich waren
viele Züge am Wochenende gut- oder gar
überfüllt. Seit der Einführung wurden gut 800
Tausend Tickets verkauft. Die Mehreinnahmen
von 1-2 Mio DM tun der Bahn bestimmt gut.
Bleibt zu hoffen, daß sich solche Ideen
durchsetzen. Das wäre doch auch mal eine Idee
für den hiesigen ÖPNV.
Scientology ist ihr "Church" los
Daß die Scientology keine Kirche, sondern
ein Wirtschaftsunternehmen ist, wurde jüngst
gerichtlich bestätigt. Das Bundesarbeitsgericht
urteilte, das Auftreten als Glaubensgemeinschaft
diene nur als Vorwand, um wirtschaftlichen
Interessen nachzugehen. Es begründete seine
Entscheidung, daß geistiger Gehalt und
äußeres Erscheinungbild übereinstimmen
müßten, um als Religionsgemeinschaft zu
gelten. Scientology hingegen veranstalte
gegen Entgeld Seminare, verkaufe Bücher und
verpflichte ihre Mitglieder, erhebliche
Zahlungen zu leisten. AZ: 5AZB21/94
Stiftung für AIDS-Opfer
AIDS-Opfer der letzten Blutkonservenskandale
sollen finanziell entschädigt werden. Das
haben vergangene Woche Vertreter von Bund,
Länder und Pharmakonzerne besiegelt.
Rückwirkend zum 1. Januar 94 sollen mit AIDS
infizierte Personen monatlich 1500DM
erhalten. Bei einem Ausbruch der Krankheit
soll dieser Betrag auf 3000DM aufgestockt
werden. Es wird davon ausgegangen, daß ca.
1300 AIDS-Infizierte diese "Rente"
erhalten.
Zu diesem Zweck soll Anfang Juli eine
Stiftung mit einem Finanzvolumen von 250
Millionen DM gegründet werden. Davon zahlen
der Bund und die Blutspendendienste des
Deutschen Roten Kreuzes einschließlich
pharmazeutischer Unternehmen jeweils 100
Millionen. Die 16 Länder steuern noch weitere
50 Mio DM bei. Die öffentliche Hand zahlt
also wieder den größten Teil und nicht die
eigentlichen Verursacher, die Industrie.
Unmut wird auch laut, weil von den
ursprünglich geplanten 700 Millionen nur noch
250 übrig geblieben sind. Diese "Rente" kann
aber keine Entschädigung für die Personen
sein, die sich nur mit dem AIDS-Virus
infiziert haben, weil einige Unternehmen es
nicht für nötig erachtet haben,
konterminiertes Blut zu vernichten und
Blutkonserven zu überprüfen, obwohl sie von
dieser Gefahr wußten.
Umweltdaten Deutschland 95
Das Umweltbundesamt hat zusammen mit dem
Statischtischen Bundesamt die Broschüre
"Umweltdaten Deutschland" herausgegeben. In
der Broschüre sind Daten zu en Verursachern
von Umweltbelastungen, zur jQualität der
Umwelt und zu gesellschaftlichen Reaktionen
auf Umweltbelastungen enthalten. Die
Broschüre kann von den beiden Herausgebern
(Telefonbuch) kostenlos bezogen werden.
Hilfe für Sehgeschädigte
Im Fachbereich Physik der Universität
Oldenburg wird zur Zeit ein akkustisches
Hilfsmittel entwickelt, das Sehgeschädigten
die Benutzung grafischer Benutzeroberflächen
ermöglichen soll. Die Position es Zeigers auf
dem Bildschirm wird dabei in Stereo-
Klangbilder umgesetzt. Damit können
Sehgeschädigte im "virtuellen Raum"
Bildschirm navigieren. Dieses Projekt wird
für die Geschädigten einen enormen Vorteil
haben, denn erstmals ist keine teure
SPezialhardware mehr nötig.
Weniger Zeitschriften
Anfang dieses Jahres mußte die
Universitätsbibliothek 400 Zeitschriften-Abos
kündigen. Das ist ein Resultat der
verordneten Sparmaßnahmen. Der Stachel ist
davon glücklicherweise nicht betroffen, denn
der ist ja kostenlos.
Hanf als Droge?
Faserhanf ist zwar als nachwachsender
Rohstoff geeignet, aber nicht als Droge. Das
hat ein Gutachten des kölner Katalyse-
Instituts belegt, das die deutsche
Hanfgesellschaft in Auftrag gegeben hat. Die
Ergebnisse wurden bereits Mitte letzten
Jahres Parteien und Ministerien vorgelegt.
Die SPD-Fraktion im Bundestag hat jetzt einen
Antrag zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes
eingebracht und versucht damit, den Weg
für den Hanfanbau in Deutschland
freizumachen.
"Ohne uns läuft nichts!"
Der alle zwei Jahre stattfindende
Bundeskongreß ver Verkehrs-Bürgerinitiativen
findet ab Himmelfahrt in Hamburg statt. Auf
diesem Arbeits- und Aktionstreffen werden
sich die
Teilnehmer zur Themenvielfalt im
Verkehrsbereich informieren, diskutieren und
Aktionen planen. Nähere Informationen sind
erhältlich bei: UMKEHR e.V., Exerzierstr. 20,
13357 Berlin-Wedding, Tel: 030/4927473, Fax:
030/4927972
Bildungskurs für Frauen
Der Kurs für erwerbslose Freuen und
Sozialhilfeempfängerinnen soll einen
Überblick über Arbeitsfelder und
Umschulungsmöglichkeiten in pädagogischen
Bereichen wie Erzieherin, Kinderpflegerin,
Tagesmutter etc. geben. Daneben soll die
Situation einer erwerbslosen Frau untersucht
und mögliche Ämterprobleme gelöst werden. Der
Kurs findet mit kostenloser Kinderbetreuung
statt. Interessentinnen melden sich beim
Verein für Kinder e.V., Hermannstr. 54, 26135
Oldenburg, Tel: 2488046
2. regionaler Kulturmarkt
Im August veranstaltet die Gemeinde Zetel
den zweiten regionalen Kulturmarkt in
Neuenburg. Der Kulturmarkt ist eine Art Messe
für Kulturschaffende aller Art. Künstler
können sich noch bis zum 1.5.95 beim
Kulturbüro der Gemeinde Zetel , Schloßgang 1,
26340 Zetel bewerben
Ausstellung über Heiratsmigrantinnen
Das Autonome feministische Referat für
Lesben und andere Frauen wird vom 11.4. bis
5.5. in der Bibliothek der Carl-von-
Ossietzky-Universität die Ausstellung
"Abenteuer Ehe - Heiratsmigrantinnen gestern
und heute" zeigen. Die Ausstellung ist allen
interessierten Frauen und Männern kostenlos
zugänglich. Im Rahmen dieser Ausstellung sind
zwei Vorträge zu diesem Thema geplant (siehe
Veranstaltungstips). Statt eines
Eintrittspreises wird um eine Spende
gebeten.
Donna 45 bittet um Spenden
Damit Donna 45 auch weiterhin arbeiten
kann, sind sie nicht nur auf Unterstützung
von Stadt und Land angewiesen, sondern
verstärkt durch die Sparmaßnahmen auch immer
mehr auf Spenden. Donna 45 versteht sich als
politische Interessenvertretung vonw
sozialhilfeberechtigten und erwerbslosen
Frauen. Donna 45 ist ein Ort gemeinsamer
Alltagsbewältigung und Kommunikation. Noch
können Kurse, Mittagessen und Frühstück zu
Preisen angeboten werden, die für
Sozialhilfeberechtigte erschwinglich sind.
Sollten sich jedoch Kürzungsvorstellungen im
Rat durchsetzen, wird dies nicht mehr möglich
sein! Gespendet werden kann auf das Konto
710691, BLZ 40060560.
Urlaub einmal anders
Die Verdener Umweltwerkstatt bietet
Urlaubsreisen einer anderen Art an -
selbstbestimmt und ökologisch. Alle
Teilnehmer planen die Reise selbst und nehmen
aktiv an der Gestaltung teil. Um einen
geschärften Blick für die Natur zu erhalten,
stellen die OrganisatorInnen Kontakte zu
UmweltschützerInnen vor Ort her. Die Reisen
umfassen Wandertouren in Norwegen gleichwohl
wie Paddeltouren in Mecklenburg und Workcamps
in Irland. Das Programm kann kostenlos
angefordert werden in der Verdener
Umweltwerkstatt, Herrlichkeit 1, 27283
Verden, Tel: 04231/81046, Fax: 04231/81048.
Der feine Unterschied
Gleich nach dem medizinisch sauberen Eingriff am Golf (manchmal sogar als "Krieg" bezeichnet) ging ein Aufschrei durch die zivilisierte Welt, als Soldaten Saddam Husseins Kurden barbarisch abschlachteten. Die Menschlichkeit gebot, eine Schutzzone für Kurden im Nordirak unter UNO-Kontrolle zu errichten. Vor allem amerikanische Verbände kontrollieren seit dem dort jede Bewegung u.a. mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen. Jetzt wurden Monitor-Recherchen von den USA und der Türkei bestätigt, wonach in einem geheimen Protokoll beide Staaten sich zum Austausch aller Informationen über dieses Gebiet verpflichtet haben. Diese Informationen sind jetzt wesentliche Grundlage des militärischen Vorgehens türkischer Armeen im Nordirak. Und nun werden die Kurden militärisch sauber und zivilisiert abgeschlachtet, wogegen diese sich in Düsseldorf (sogar am langen Samstag) schon wieder beschweren. Vielleicht haben sie den feinen Unterschied nicht begriffen.
Realos gegen Fundis
Während Bayerns Ministerpräsident noch einmal klarstellte, daß man das Vorgehen der Türkei nicht "an unseren idealistischen Vorstellungen" messen dürfe, übt Sozialminister Blüm immer noch Kritik daran. Nobbi, Nobbi, Du hättest doch schon aus den Flügelkämpfen der Grünen lernen können, daß solch fundamentalistische Äußerungen politischer Selbstmord sind. Unser Beileid vorab an dieser Stelle.
Sehen, was Sache ist
Unter diesem Titel macht sich unser ADAC in der Motorwelt 3.95 für die Umwelt stark. "Das Auto vernünftig und umweltbewußt zu nutzen, bedeutet zum Beispiel ... zum Brötchenholen das Auto öfter stehenlassen ..." Doch eigentlich ist auch dies wohl nicht nötig, heißt es doch später "Von den Kohlendioxid-Mengen (CO2), die für den Treibhauseffekt verantwortlich gemacht werden, kann der Mensch weltweit nur rund vier Prozent wirklich beeinflussen. Davon entfällt auf den Pkw-Verkehr nur etwa ein Zehntel, also alles in allem nur 0,4 Prozent!" Natürlich wissen auch die Motorweltler, daß dies falsch ist. Die Klimaerwärmung basiert ja nicht auf den schon immer vorhandenen 96% CO2, sondern nur auf den hinzukommenden 4%. Aber was will man erwarten, wenn im gleichen Heft der neue Scorpio für seinen Verbrauch von 11l Super die Note "zufriedenstellend" erhält. So braucht sich auch kein ADAC-Mitglied darüber zu wundern, wenn beim Klimagipfel in Berlin nicht allzuviel herauskommt. Denn mit seiner Mitgliedschaft genießt er oder sie ja nicht nur die Servicevorteile, sondern akzeptiert den ADAC als stellvertretend für seine oder ihre eigene Meinung.
Deswegen hier die große Stachel-Aktion zum Klimagipfel: Wer seine ADAC-Mitgliedschaft kündigt und uns eine Kopie der Bestätigung zusendet, erhält bis Ende des Jahres den Stachel frei Haus!
Was tun gegen rechte Agitation in Mailboxnetzen?
Auch rechte Gruppen versuchen, eine eigene Vernetzung über Datennetze aufzubauen. Unsere Tagung zeigt, wie weit Neonazis Mailboxen und Datenfernübertragung nutzen. Die bestehenden demokratischen Mailboxnetze wehren sich gegen rechte Propaganda. Auf dem Seminar sollen die Arbeitsgemeinschaft freier Mailboxgruppen (AGFMB), die Nettikette im Z-Netz und die Regelungen im /CL-Netz (ComLink) vorgestellt werden, die rechte Agitation ausschließen sollen.
Die Systembetreiberinnen des Fem-Net führen im Rahmen einer eigenen Seminargruppe ihre Frühjahrstagung durch.
Fr 12.5. 14 Uhr - So 14.5. 15 Uhr, 75/50 DM Jugend-/Bildungszentrum, Untere Talgasse 8, 90317 Nürnberg
Anmeldung:
Kommunikation und Neue Medien e.V., Postfach 190520,
80605 München, Tel 089/1675106, Fax 089/131406
Rauchfreie Disco
Tanz und Ekstase
Es geht also doch ohne Qualm! Sa 8.4. 21 - ca. 1 Uhr
Gegen die Kollaboration mit der Nation
Diskussions- und Mobilisierungsveranstaltung gegen die herrschenden Feiern zum 8.5.
Es sollen die Inhalte der Mobilisierung für antinationale / antideutsche Aktionen um den 8.5. seitens der Vorbereitungsgruppe vorgestellt. Anschließend wid die Klärung der kontroversen Positionen erhofft.
Mo 10.4. 20.30 Uhr Alhambra
Amalgam ist giftig.
Leider wird selbst das von einigen heute noch bestritten. So ergab ein Rundruf bei Krankenkassen teilweise erschreckende Abwiegelungsparolen. Das Problem sei auf wenige Menschen begrenzt, die allergisch gegen Teile von Amalgam seien. Dies hätte ,wirklich neue" Untersuchungen ergeben. Als ob Quecksilber nicht für alle Menschen giftig ist.
Sicherlich sind die verwendeten - für Menschen giftigen Substanzen - nicht für alle Krankheitssymptome verantwortlich machen. Aber die hieraus resultierende Belastung summiert sich zu den vielen anderen - möglicherweise potenzieren sich die Belastungen.
Zur Klärung der sich hieraus ergebenden Fragen trifft sich die Selbsthilfegruppe Amalgam, Pilzerkrankungen und Umweltgifte jeweils am letzten Donnerstag um 18 Uhr in den Räumen der BEKOS, Lindenstraße 12a.
Kriegsdienstverweigerung
Sogar der Strauß-Traum einer ,deutschen" Atombombe soll wieder salonfähig gemacht werden (vgl. ARD-Magazin ,monitor" im März zur Planung eines Atom-Reaktors in München Garching).
Die Militaristen versuchen uns Glauben zu machen, nur mit der Waffen seien wir wer. Selbst die Frauen wollen sie für ihre Zwecke einspannen.
Wer dies nicht mitmachen möchte, ist gern gesehen bei der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner und -gegnerinnen, Tel. 0441/384755(Q), Treffpunkt 1. + 3. Donnerstag, 18 Uhr, Arbeiterwohlfahrt, Bahnhofstr. 23
Weiterhin Reservisten verweigern den Kriegsdienst, Tel. 0441/885589 oder /25057 Treffen am letzten Donnerstag im Monat 20 Uhr, Litfaß, Lindenstr./ Ecke Willersstr.
Totale Kriegsdienstverweigerung: Tel. 0441/86839
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