Oldenburger STACHEL Nr. 2/95

Erfolg für Naturschutz: Flitzer im Watt gebannt

Gemeint ist hier das gewünschte Tempolimit im Nationalpark Wattenmeer."Gemeint ist hier das gewünschte Tempolimit im Nationalpark Wattenmeer.

Die seitens der Schiffahrtslobby angestrebte 24-Knoten Regelung (ca. 43 km/h) ist nun endgültig vom Tisch. In der ersten Woche des Jahres gab das Bundesverkehrsministerium seine Kompromißlösung bekannt: schneller als 16 Knoten (ca. 29 km/h) darf in der Regel nicht mehr durch die deutschen Wattenmeer-Nationalparke gefahren werden. Rechtzeitig vor der Saison, so hofft man im Nationalparkamt, wird dieser ,wegweisende Beschluß" (Zitat NPA) dann auch ,Schwarz auf Weiß" amtlich gemacht und damit wirksam werden. Freilich hat jede Regel auch ihre Ausnahmen.

Zunächst sollen einige Schiffe von diesem Tempolimit befreit werden, die schon vor der Einführung der Verordnung schneller im Watt gefahren sind. Dazu gehören die Personenfähren Adler Express (Nordstrand) und Nordblitz (Bremerhaven), sowie amtliche Fahrzeuge der Küstenwache und des Rettungsdienstes. Das Tempolimit von 16 Knoten gilt übrigens nur für die zu-

gelassenen Fahrwasser außerhalb der Zone 1. Außerhalb dieser Schiffahrtsstraßen sind lediglich 12 Knoten Geschwindigkeit erlaubt. Dieses Limit gilt auch für die Wasserstraßen innerhalb der Ruhezonen. Wattgewässer innerhalb dieser besonders sensiblen Zonen 1, die jenseits der Fahrwasser liegen, dürfen im übrigen schon seit Einführung der Befahrensregelung nicht schneller als mit 8 Knoten durchkreuzt werden.

Durch diese Regelung dürften die wirtschaftlichen Ambitionen lokaler Reeder und weltweit operierender Schiffswerften langfristig gebremst worden sein. Gottlob, denn eben solche, aus dem fernen Australien, hatten vor nicht langer Zeit bereits in Nordfriesland angeklopft, um mit einer neuer Generation schnellfahrender Schiffe auf dem Markt zu landen.

Auch die kleinen Flitzer unter den Wassersportlern werden in Zukunft im Nationalpark vom Gas gehen müssen, wenn sie sich nicht strafbar machen wollen. Bleibt zu hoffen, daß sich die Ordnungshüter zu Wasser jetzt noch eine wirkungsvolle Methode ausdenken, die Tempolimits auch zu kontrollieren.

Wie wär's mit als Seehundköpfe getarnten Radarfallen im Wattenmeer?

Schutzstation Wattenmeer e.V.

Grafenstr. 23, 24768 Rendsburg

Tel.: 04331/23622

Fax: 04331/252466


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