Oldenburger STACHEL Nr. 2/95

Kurz berichtet


Töpfermarkt

Der 13. Oldenburger Töpfermarkt wird in diesem Jahr am 5./6. 8. 1995 im Rahmen des Oldenburger Kultursommers stattfinden. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31.3., Unterlagen können unter 235-2409 abgegeben werden. (Formulierung des Presseamtes...) Zugelassen sind auch in diesem Jahr wieder 80 Werkstätten. Nicht darunter sein dürfen Hobbytöpfer sowie Töpfer, die hauptamlich einen zweiten Beruf ausüben, ebenso werden Wiederverkäufer ihre Ware nicht anbieten können.


Bauernmarkt in Oldenburg?

Im Dezember 94 hat sich in Oldenburg ein Verein, der aus 20 Erzeugerbetrieben besteht, gegründet mit dem Ziel, einmal in der Woche einen Bauernmarkt durchzuführen.(Eine weibliche Formulierung fehlt der Satzung anscheined noch) Ein entsprechender Antrag wurde jetzt dem Stadtrat vorgelegt. Durch den Bauernmarkt wird angestrebt, durch Direktvermarktung regionalbezogene Absatzwege zu erweitern. Zugelassen zum Markt sind nur landwirtschaftliche Betriebe und es dürfen nur selbsterzeugte Produkte verkauft werden. Im Jahresverlauf ist ein Zukauf von 25% möglich, um den Markt auch im Winter attraktiv zu erhalten. Neben dem Verkauf von bäuerlichen Produkten dient der Markt der Information z.B. durch das Gespräch über Anbau und Verarbeitung.

Es steht zu hoffen, daß der Bauernmarkt nicht nur eine Verringerung der Anlieferwege, sondern auch eine Rückbesinnung auf echte bäuerliche Produkte ermöglichen wird, die eine Lücke zwischen Agrarindustrie und Bioland-Produkten schließen könnten. Erzeugnisse aus Hühner-KZs und Schweinefabrik en sollten auf diesem Markt nichts zu suchen haben.


Zensur im Kino

Ein Kinospot, der sich gegen die Abschiebung von Kriegsflüchtlingen nach Ex-Jugoslawien ausspricht, ist von der Berliner Staatsanwaltschaft eingezogen worden. Er sei beleidigend und verunglimpfe Bundesinnenminis ter Kanther und den Berliner Innensenator Heckelmann.


Der Zeit weit voraus

In Oldenburg geht das Gerücht, der Stachel sei Zukunftsorientiert. Bis vor kurzem hielten wir das für einen schlechten Scherz, dem auf den Grund zu gehen wir uns aus Personalmangel nicht in der Lage sahen. Stattdessen erbrachte uns der ADFC den Beweis für die Richtigkeit dieses Gerüchts. Er versicherte uns nämlich, (an)statt eines Eides (also eidesstattlich, kicher, der beurlaubte Setzer), das von uns im Dezember vorgestellte Radtourenprogramm gäbe es noch gar nicht. Es wäre noch in der redaktionellen Erarbeitung und ginge erst Ende Februar/ Anfang März in Druck. Auch hätten alle RadfahrerInnen Oldenburgs den ADFC schon im Röwekamp 22 vermißt.

Fazit: Das Radtourenprogramm ist noch nicht da, aber es kommt. Noch vor Ostern! Also bevor Ihr Ostereier sucht, sucht den ADFC. Am besten, Ihr fangt jetzt schon mal an, denn für alle RadfahrerInnen werden die Tourenprogramme nicht reichen. Während Ihr Schlange beim ADFC vor dem Umwelthaus hinterm PFL steht, suchen wir weiter innerhalb der Redaktion nach der Person, die in der Lage ist, wo weit vorausschauend zu denken und zu schreiben... Red.


Wehrkraftzersetzer vorm Kadi

Für einen Leserbrief, in dem es heißt, "daß Soldaten nicht nur potentielle Mörder sind, sondern im wahrsten Sinne des Wortes bezahlte Killer", ist sein Autor, ein 26-jähriger Student von der Braunschweiger Staatsanwaltsc haft angeklagt worden. Er wird der Volksverhetzung und Beleidigung bezichtigt. Er hatte im Sommer im Anzeigenblatt "Salzgitter Woche" einen Leserbrief zu einer Werbeausstellung "Unser Heer" geschrieben, was dem Kölner Heeresamt zuwider lief und was dieses mit einer Anzeige beantwortete. Angeklagt wurde auch der verantwortliche Redakteur wegen Beihilfe. Leserbriefschreiber und Redakteur berufen sich auf das Recht der freien Meinungsäußerung, während die Staatsanwaltschaft den Text als "Angriff auf die Menschenwürde" auffaßt, der geeignet sei, "das Rechtsempfinden der Soldaten zu erschüttern und den Frieden zu stören."


Menschen im Regenwald

Die Situation der indigenen Völker ist seit den Kampagnen zu 500 Jahre Kolonisation und dem UN-Jahr der indigenen Völker immer mehr in Vergessenheit geraten. Doch immer noch stoßen die Indianer bei ihrem Versuch einer Selbstbesimmten Entwicklung auf sehr viel Widerstand. So kann in Brasilien ein Mitglied der Regierungspartei verkünden, "daß es im Jahre 2000 keine Indianer mehr geben wird". Auch der Regenwald als Lebensgrundlage der indianischen Völker stirbt immer schneller. Mit Antenor de Assis Karitiana und Almir Surui sind zwei Vertreter der indianischen Organisation CUNPIR nach Deutschland gekommen, um auf diese Situation aufmerksam zu machen und um Unterstützung für ihre Arbeit zu suchen. In Oldenburg werden sie dazu eine Informationsveranstaltung am Dienstag, den 21.2. um 20h im PFL abhalten.


Frauen-Medien-Projekt sucht Mitarbeiterinnen

Wenn Du dich für Naturwissenschaft und Technik interessierst, aber mit einigen Inhalten, Methoden und Ergebnissen unzufrieden bist, dann bist Du bei der Koryphäe ganz richtig. Diese Zeitschrift erscheint 2 mal im Jahr und ist das einzige Medium für feministische Naturwissenschaftskr itik. In unserem Redaktionsbüro in Oldenburg arbeiten wir im Moment nur zu Zweit, brauchen also dringend tatkräftige Hilfe.

Alles was Du mitbringen solltest ist Neugierde auf feministische Fragen, etwas Zeit und die Zugehörigkeit zur "gesellschaftl ichen Kategorie Frau". An klingenden Münzen mangelt es bei uns, doch das Gefühl eine neue Ausgabe frisch aus dem Druck in den Händen zu halten, ist einfach toll! Hast Du also Lust auf kreative Arbeit in kontrolliertem Chaos, dann komm doch vorbei:

Am Donnerstag, den 23.2.95 um 18h stellen wir unser Projekt und unsere Arbeit vor. Das Treffen findet im Redaktionsbüro in der Cloppenburger Str. 35, 26135 OL, Tel.: 13703 statt.


Aktion "Total tote Dose"

Unter diesem Motto machten in den letzten Jahren häufiger Aktionen von Jugendlichen Schlagzeilen. 70.000 Getränkedosen zierten beispielsweise bei einem "Anti-Müll-Tag" im November 93 den Bonner Münsterplatz.

Seit November 94 werden nun bundesweit Unterschriften gesammelt - nicht pauschal gegen die Dose, sondern konkret für die Kündigung der Freistellungsverträge, die die Länder mit dem "Grünen-Punkt-Schwindler" Duales System geschlossen haben. Fallen diese Verträge, fällt auch das Duale System - was nach der Verpackungsverordnung bedeutet, daß ein Zwangspfand auf Dosen und andere Einwegverpackungen erhoben wird. Damit wird diese Verpackungsform natürlich ein ganzes Stück unattraktiver.

Konkrete Erfolge sind bei den vielen kleinen Aktionen vor Ort schon zu verzeichnen. In Göttingen beispielsweise bieten bereits 7 Läden keine Getränkedosen mehr an, andernorts sind Jugendliche dabei, immer mehr Marktleiter für diese Idee zu gewinnen.

Unterschriftenlisten sind, ebenso wie ein Aktionshandbuch, bei der Aktion "Total tote Dose", c/o Jugendumweltbüro, Güterbahnhofstr. 10 in 37073 Göttingen zu beziehen. Für das Aktionshandbuch bitte DM 5.- in Briefmarken beilegen. Dafür bekommt ihr über 90 Seiten gefüllt mit Hintergrundinfos zum Thema Müll sowie einer Vielzahl Anregungen zum eigenen Aktiv werden. Ein Kapitel "Werkzeuge" hilft bei der Umsetzung der Ideen mit Tips zur Finanzierung, zur Pressearbeit oder zum Rechtlichen.


"Unten rütteln - damit's oben wackelt"

vom 12.-18.4. 95 findet in Neubrandenburg der zweite gemeinsame bundesweite Jugendumweltkon greß (JUKß) von BUNDjugend, Naturschutzjugend und den freien Jugendumwelt- und Profektwerkstätten statt. Etwa 1000 TeilnehmerInnen zwischen 14 und 25 Jahren werden aus dem gesamten Bundesgebiet über Ostern dringend nötige kommunale "Umweltzungen" und ein "Lokal handeln - global wirken" vorantreiben.

Der Jugendumweltkongreß will dabei die nötigen Methoden genauso vermitteln wie gesellschaftliche Möglichkeiten von Einflußausübung und Mitbestimmung. Auf dem Kongreß soll in verschiedenen Themenbereichen und durch das Vorstellen von beispielhaften kommunalen projekten mögliches regionales Einmischen verdeutlicht und leichter gemacht werden.

Die jungen UmweltschützerInnen werden über die fünf Tage das lokale Handeln besonders unter die Lupe nehmen. Zum einen kann es als Lernfeld für weitere umweltpolitische Arbeit dienen, zum anderen wird es darum gehen, die kommunale Politik mit seinen besonderen Möglichkeiten aber auch Begrenztheiten in bundes- bzw. internationalen Zusammenhängen zu sehen. Anhand von einzelnen Themen wie Verkehr, Landwirtschaft und Abfall, aber auch Orten wie Schule und Universität werden jeweils Strukturen und Ansatzpunkte aufgefächert betrachtet.

Zu guter letzt wird es natürlich auch wieder viel Spaß und Kultur für angenehme Abende geben, die für Abwechslung und Ausgleich sorgen. Übernachtet wird mit Schlafsack und Isomatte in Schulen und Turnhallen. Der TeilnehmerInnen-Betrag beträgt DM 85.- bis DM 110.- nach Selbsteinschätzung. Dabei enthalten ist natürlich eine vegetarische Vollwertverpflegung über die gesamte Zeit des Kongreß. Außerdem besteht für alle TeilnehmerInnen die Möglichkeit ihre Fahrkosten abzurechnen. Anmeldung und weitere Informationen über den JUKß beim Kongreßbüro, Katharinenstr. 62, 17033 Neubrandenburg, Tel.: 0395/5666863.


Neue Kurse im Cadillac

Das Jugendkulturzentrum Cadillac weist auf sein neues Programm hin. Im Angebot sind Trommeln und Schlagzeug ebenso wie Gitarre und E-Bassgitarre. Bei letzterem gibt es sogar einen eigenen Kurs nur für Mädchen. Außerdem werden Grundkenntnisse im Salsatanz und Breakdance für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Da diese Kurse alle schon in der Woche ab dem 20.2. beginnen, sei hier eine schleunige Anmeldung empfohlen. Als fortlaufende Kurse mit jederzeit möglichem Einstieg seien hier noch Steptanz, eine Mädchengruppe und die Kinderzirkusschule "Würfel" genannt.


Woche der Brüderlichkeit

Alljährlich veranstaltet der Deutsche Koordinierungsrat der Christlich-Jüdischen Gemeinschaften die "Woche der Brüderlichkeit" mit dem Ziel der christlich-jüdischen Aussöhnung. Die Befreiung durch die Alliierten vor 50 Jahren ermöglichte in Deutschland eine innere und äußere Selbstbefreiung von Einstellungen und Verhaltensweisen, die den Nationalsozialismus kennzeichneten: Fremdenfeindlichkeit, Judenhaß, Nationalismus, Rassismus, Demokratiefeindlichkeit.

Heute aus der Befreiung zu leben bedeutet: Unablässig für Demokratie und Menschenrechte einzutreten! Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft zu pflegen und Brüderlichkeit mit ihnen zu verwirklichen. Aus diesem Grund hat der Deutsche Koordinierungsrat für 1995 in Oldenburg das Thema 'Befreiung' ausgewählt.

Am Wochenende 3.3. bis 5.3. finden dazu einige Veranstaltungen statt, u.a. Sa um 15h eine Stadtführung zur Geschichte der Juden Oldenburgs, Treffpunkt ist die Synagoge in der Wilhelmstr., So um 10.30h die Zentrale Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit (Autogrammjäger aufgepaßt: Promihäufung!) und um 15h die Übergabe des jüdischen Kulturzentrums und der Synagoge durch die Stadt an die jüdische Gemeinde OL.


Bandcontest

Zum radio ffn "Local Heroes" Bandcontest 95 sind die besten Pop- und Rockbands Niedersachsens aufgerufen, die noch keinen Plattenvertrag haben und ein 45min Liveprogramm mit eigenen Stücken spielen können. Die Bewerbungen mit einem Demo (maximal drei selbst komponierte Stücke auf MC, DAT oder CD), drei Pressefotos (13x18 s/w) und ausführlichen Bandinformationen, können bis zum 4.3. an fogende Adresse gesandt werden: radio ffn, "Local heroes 95", Dorfstr. 2, 30916 Isernhagen.

Jeweils 5 Bands aus 6 Regionen werden ausgewählt und on air im Programm von radio ffn vorgestellt. Die Gewinnerband, die am Tag der Niedersachsen in OL ermittelt wird, gewinnt das Rockstipendium Niedersachsen in Form einer CD- Produktion im Peppermint Park Studio Hannover im Wert von 73.000 DM.


Blinden-Ampeln in Gefahr

In einer Stellungnahme forderte der Fußgängerschutzverein FUSS e.V. das Deutsche Institut für Normung e.V. DIN dazu auf, sofort alle Bemühungen einzustellen, die darauf hinauslaufen würden, in Zukunft den Einsatz akustischer Signale an Ampeln zu verhindern. Damit wären die erst 92 eingeführten relativ fußgängerfreundlichen Richtlinien für Lichtsignalanlagen gefährdet, da in diesen ganz klar geregelt ist, daß akustische Signale anzubringen sind und taktile (tastbare) Signalgeber nur ergänzend zugelassen werden. Die von der Signalbauindus trie forcierten tastbaren Signale sind für sich allein nicht akzeptierbar.

Ein großer Anteil der Benutzer, darunter insbesondere viele Späterblindete, haben ganz allgemein Probleme damit, die Gehrichtung beizuhalten. Tastbare Signale müssen erst gefunden werden und dann bieten sie keine Hilfestellung, daß blinde Verkehrsteilnehmer die andere Straßenseite auf möglichst direktem Wege erreichen können.


OLGA - Neues in der Naturkostszene

Seit September 1994 ist Oldenburgs Naturkostszene um ein Angebot reicher. Mit "OLGA" ist aber kein herkömmlicher Naturkostladen zu den bereits bestehenden hinzugekommen. Vielmehr handelt es sich bei "OLGA" um eine Art Verbrauchergemeinschaft, die es ermöglicht, Naturkost und Naturwaren zu günstigen Preisen anzubieten. "OLGA" orientiert sich dabei an einem Einkaufsmodell , das sich bereits in anderen Städten bewährt hat.

Was will "OLGA"?

* Ihre KundInnen mit Produkten des kontrolliert biologischen Anbaus (z.B. Bioland, Demeter, Naturland etc.) und anderen ökologisch sinnvollen, die Umwelt weniger belastenden Erzeugnissen umfassend versorgen.

* Durch den Einkauf bei regional ansässigen Erzeugern und Anbauern deren Existenz absichern helfen sowie unnötige Lieferwege vermeiden.

* Menschen aus der sog. "Dritten Welt" durch die Vermarktung ihrer Produkte unterstützen (z.B. Tee, Kaffee, Kakao etc.)

* Durch den Verkauf möglichst vieler Lebensmittel in loser Form dem "Verpackungswa hn" Alternativen entgegensetzen (z.B. bei Getreide, Nudeln, Nüssen etc.).


Wie funktioniert das ?

Zwei Frauen sind abwechselnd zu den Öffnungszeiten eines normalen Geschäfts im Ausgaberaum anwesend und übernehmen die Organisation des Ladens sowie die Lebensmittelausgabe an die Verbrauchergem einschaft. Die dadurch entstehenden Kosten (Ladenmiete, Lohn- und Energiekosten usw.) werden von den Beteiligten der Verbrauchergem einschaft durch eine Umlage, gestaffelt nach Haushaltsgröße, getragen. Interessierte treten der Gemeinschaft bei, indem sie eine einmalige Aufnahmegebühr (Darlehen) zahlen, die für den Ausbau bzw. die Erweiterung des Warensortiments verwendet wird.

Wer mehr erfahren will, gehe einmal zur Donnerschweerstraße 58. Sie und er werden dort in aller Ruhe beraten.


Frisur trotz Allergie ?

Wer sich zu einem herkömmlichen Friseur begibt und mit neuer (gefärbter, dauergewellter ...) Frisur wieder nach Hause geht, kann schon leicht erriechen, welcher Chemikalienbombe sie/er ausgesetzt war, auch wenn es sonst keine Informationen darüber gab. Oft reagiert die Haut gequält und antwortet mit schlimmen Allergien. Daß es auch anders geht, zeigt Susanne Janßen in ihrem Oldenburger Friseurgeschäft - für die wir deshalb hier entgegen unserer Gewohnheit Werbung machen wollen.

Auch Frau Janßen war berufsbedingt an einer schweren Allergie erkrankt und mußte den Friseurberuf aufgeben. Darauf entstand die Idee, ein Friseurgeschäft nur mit verträglichen Naturprodukten zu gründen, wo die eigene Gesundheit und die der Kunden erhalten und darüber hinaus die Umwelt weniger belastet werden sollte. Sie setzt auf Pflegeprodukte, die aus rein natürlichen Inhaltsstoffen wie Honig, Kamille, Avocado, Weizenkleie, Klettenwurzel, Ringelblume etc. bestehen. Sie verzichtet auf synthetische Konservierungsstoffe. Zum Färben der Haare dienen Pflanzenfarben wie Rhabarberwurzel, Kaffee, Henna, Kamille, Heidelbeeren oder Indigo. Bei allen verwandten Produkten werden die Inhaltsstoffe aufgeführt. Auf die chemische Dauerwelle wird zugunsten anderer Haargestaltung verzichtet. Gefönt wird mit einem Gerät, das die Luft nur auf 53 Grad statt der üblichen 130 Grad erwärmt, das die Feuchtigkeit aus dem Haar heraussaugt und so haar- und energieschonend ist.

Weitere Vorteile dieser Arbeitsweise sind:

* Es fallen keine chemischen Abfälle mehr an.

* Produkte werden in nachfüllbaren Glasflaschen verkauft.

* Kein Treibgas und keine Plastikfolien werden verwandt.

* Die geschnittenen Haare werden zusammen mit den Papierhalskrausen, Tee- und Kaffeefiltern kompostiert.

Wen es weiter interessiert, mag sich in die Alexanderstraße hinter die "Ökomeile" begeben...


360.000 km Gewässer kanalisiert

Mehr als 360.000 km Bäche und Flüsse wurden nach Angaben des Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings seit 1965 begradigt und betoniert. Nur zehn Prozent der Fließgewässer in Deutschland seien noch unberührt, teilte er bei der Eröffnung des zweiten Europäischen Naturschutzjahres mit. (Wo die sind, werden wir nicht verraten!) Während die Bundesumweltkaputtministerin Merkel noch Konsequenzen für die Naturschutz- und Bodenschutzgesetze ankündigte, kam schon aus dem Verkehrsministerium Wissman die Information, daß 1995 mit dem Aufbauprogramm Ost weitere Teile von Elbe und Havel begradigt, vertieft und für die (paar) großen Euro-Lastkähne schiffbar gemacht werden würden. Die können dann ihren Anteil auf Kosten der Kleinen erweitern...

Eine weitere Ursache für die sich häufenden Überschwemmungen sind die Bodenversiegelungen , die jährlich einen Teil Deutschlands in der Größe des Bodensees mit Asphalt, Beton, Pflaster- und Kunststoffbelag bedecken. Die dabei dem stehenden und fließenden Auto- Verkehr eingeräumte Fläche ist um die Hälfte größer als die beanspruchte Wohnfläche. Die Versiegelung verhindert das Versickern von Regen und Schnee, vermindert die natürliche Verdunstung und zerstört Lebensraum für Tiere und Pflanzen an der Oberfläche und im Erdreich. Das Wasser fließt rasch in die Kanalisation und dann in Bäche und Flüsse. Eine Alternative wäre, Schotterrasen, Kiesdecken oder Rasengitter anzulegen und das Regenwasser ins Erdreich abfließen zu lassen. Daß dies mit der üblichen Nutzung vereinbar ist, zeigt das Rasengitter um die neu errichtete Studentenwerkverwaltung am Schützenweg Oldenburg.


Ab in die Türkei?

Was zählen schon Menschenleben und Folteropfer, wenn sich christlich nennende Parteien auf der Woge des Fremdenhasses politische Erfolge feiern können ? Nichts konnte bisher Hessen-Wahlkämpfer Kanther und die Bundesregierungsmehrheit davon abbringen, für den 28.2. das Ende des Abschiebestopps in die Türkei anzudrohen. Dabei hat gerade wieder der Menschenrechtsbericht von amnesty international aufgezeigt, daß politische Häftlinge in der Türkei ihre Auffassung oder auch nur ihr Bekenntnis zur kurdischen Nationalität oft mit Verstümmelung und Tod bezahlen müssen. Wenn Rest-Jugoslawien sie denn aufnehmen würde, würde die Bundesregierung Flüchtlinge und Deserteure auch dorthin wieder zurückschicken. Diese unglaubliche Brutalität und Menschenverachtung darf uns nicht sprachlos machen. Unterstützt die "Initiative für offene Grenzen - gegen Abschiebung und Sondergesetze" (Karlstr. 14a, Tel. 884072) und den "Arbeitskreis Asyl" (Auguststr. 50, Tel. 7767777 -falsche Telefonnummer, Anm. d. Netzred.-) ! Informiert euch und fragt nach, was ihr (mit-)machen könnt !


Ostermarsch 1995

Auf den ersten Vorbereitungstreffen wurde deutlich, daß Aktivitäten zur Förderung von Frieden wichtiger sind als je zuvor. Da sind nicht allein die Kriege auf dem Balkan in Tschetschenien. Derzeit werden weltweit mindestens 41 Kriege geführt. Dazu kommen Unterdrückung bis zur Vernichtung von Menschengruppen, menschenverachtende Behandlung von Menschen in der BRD, ungerechte und ausbeuterische Handelsbeziehungen der Industriestaaten gegenüber den "Entwicklungs-"staaten ... Unter all diesem haben Frauen und Kinder besonders zu leiden. Weit über 90% aller in Kriegen getöteten Menschen waren Zivilisten und Zivilistinnen!

Als ein - allein sicher nicht ausreichendes - Zeichen, daß dies nicht so hingenommen wird, findet auch 1995 der Ostermarsch statt. (Geplant ist, am Ostersonnabend zu gehen.)

Wer an den nächsten Vorbereitungstreffen zum Ostermarsch in Oldenburg teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 7.3. um 20 Uhr im Gemindehaus in der Wilhelmstraße 27 (Eingang hinten) statt. Weitere Informationen unter Tel. OL 384755 (Q).


Amalgam-Selbsthilfe

Die Amalgamproblematik bleibt leider nicht auf Amalgam beschränkt. Synergistische oder Mischeffekte verkomplizieren die Angelegenheit. So können bei Dauerbelastungen auch geringe elektromagnetische Felder eine erhöhte Quecksilberbelastung mit sich bringen.

Die Amalgam-Selbsthilfegruppe trifft sich regelmäßig jeweils am letzten Donenerstag im Monat um 18 Uhr in den Räumen der BeKoS, Lindenstraße 12a, also am 23.2.


MOVE!

Die Mobilitäts- und Verkehrsberatung in Duisburg-Ruhrort ist die erste in der BRD. Mittlerweile gibt es weitere in Hameln, Bielefeld ...

Es werden persönliche Fahrpläne erstellt, zur umweltbewußten Reiseplanung beraten bis hin zum Aufbau eines betriebsübergreifenden PendlerInnen-Pools.

Am 17.3. gibt es ein Werkstattgespräch zu MOVE!. Nähere Informationen: MOVE!, Frau Doris Bäumer, Fabrikstraße 24, 47119 Duisburg. Anmeldeschluß ist am 10.3.

Vorinformationen: Tel. OL 384755 (Q)


Wie wahr, wie wahr

Hongkong ist atemberaubend (TV, 11.2.95)

Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen (Junge Liberale, Bundesverband - leider ohne VidSdP)

Wir wollen mehr solcher Übungen zum Schutz der Krabben. Übungsbomben auf alle Krabbenfischer. (Ex-Umwelt-Bundesminister Töpfer zur Aktion in der Ostsee.)


Stupa-Wahl: Überraschungen?

Im Studierenden-Parlament der Carl-von-Ossietzky Universität kommt es in der nächsten Legislaturperiode vermutlich zu Veränderungen. Die Gruppe ,Wir für Euch" (von einigen auch ,Bier ..." genannt - warum eigentlich) kandidiert nicht mehr. Andererseits gibt es seit diesem Semester die ,Grüne Hochschulgruppe" (GHG), bestehend aus einer Gruppe von Menschen, die gerne ,frischen Wind" in Stupa und AStA bringen möchten. Wer als Mitglied der Studierendenschaft keine Überraschung erleben möchte, sollte selbst wählen gehen. Die Wahl findet vom 23. bis 26. Januar statt.


Ostermarsch 1995

Auf dem ersten Vorbereitungstreffen im Januar wurde deutlich, daß Aktivitäten zur Förderung von Frieden wichtiger sind als je zuvor. Da ist nicht allein der Krieg auf dem Balkan und der in Tschetschenien. Derzeit werden weltweit mindestens 41 Kriege geführt. Dazu kommen Unterdrückung bis zur Vernichtung von Menschengruppen, menschenverachtende Behandlung von Menschen in der BRD, ungerechte und ausbeuterische Handelsbeziehungen der Industriestaaten gegenüber den ,Entwicklungs-"staaten ... Unter all diesem haben Frauen und Kinder am meisten zu leiden. Weit über 90% aller in Kriegen getöteten Menschen waren Zivilisten!

Als ein - allein sicher nicht ausreichendes - Zeichen, daß dies nicht so hingenommen wird, findet auch 1995 der Ostermarsch statt. (Geplant ist, am Ostersonnabend zu gehen.)

Wer an den nächsten Vorbereitungstreffen zum Ostermarsch in Oldenburg teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Die Treffen finden jeweils am 7.2. und 14.2. um 20 Uhr im Gemindehaus in der Wilhelmstraße 27 (Eingang hinten) statt. Weitere Informationen unter Tel. OL 384755 (Q).


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.