Oldenburger STACHEL Nr. 9/94

Kurzberichtet


Nicht so ein Deutschland

Nach der Tötung des jungen Kurden Halim Dener Ende Juni durch einen Polizisten riefen verschiedene Veranstalter für den 9.7. in Hannover zu einer großen Kundgebung auf, an der etwa 20000 Menschen teilnahmen. H.H. Adler hielt als Landesvorsitzender der PDS-LL Niedersachsen eine Rede, die wir auszugsweise dokumentieren.

Wenn Kurden ... nach Deutschland kommen, weil sie vor dem türkischen Staatsterrorismus Angst haben, ja um ihr Leben fürchten, verbinden sie das mit der Hoffnung, wenigstens hier sicher leben zu können. ... Halim Dener (wurde getötet) ... als er ein Plakat der hier verbotenen ERNK geklebt hatte. ... In Kurdistan führt die türkische Regierung einen Vernichtungsfeldzug ... Die Verfolgung der Kurden wird nicht nur politisch von der BRD toleriert, sie wird auch durch kostenlose Waffenlieferungen direkt finanziert. ... Menschenrechtsgruppen haben diese Waffen gesehen, darunter ... Kalaschnikow(s) aus den Beständen der NVA. ... Ergebnisse (der) deutschen Einheit... Das mindeste, was Schutz Suchende in Deutschland verlangen können, sollte doch sein, daß sie wenigstens hier frei von Verfolgung sind. Statt dessen ... (wurde) eine Haßkampagne gegen die Kurden verfaßt, die jetzt ihr erstest Todesopfer gefunden hat. Die offizielle Polizeiversion vom Tode Halim Deners ist absolut unglaubwürdig. Alle Umstände sprechen für ein Verbrechen ... (eines) deutschen Polizeibeamten. Und wir haben schließlich auch aus der Vergangenheit heraus gute Gründe, gegenüber von oben verordneten Wahrheiten mißtrauisch zu sein. Es ist ja nicht der erste Fall dieser Art. Ich denke an den Tod von Wolfgang Grams ... Ich erinnere an den Kommunisten Phillip Müller, ... an Benno Ohnesorg, oder an Conny aus Göttingen...Den jeweiligen Polizisten war die Sicherung durchgebrannt, weil vorher das elektrische Leitungsnetz durch Hetzkampagnen bestimmter Politiker und Medien überlastet ... war. Wenn Kanter sich für die Abschiebung der Kurden ... stark gemacht hatte, und damit deren Tod ... in Kauf genommen hatte, mußte ja das Leben eines Kurden in den Augen eines Polizeibeamten als weniger schutzwürdig erscheinen. ... Wenn ... Scharping ... die Ausweisung aller Ausländer fordert, die hier Straftaten begangen haben, ... muß man doch fragen, wohin das führen wird.

So ein Deutschland wollen wir nicht haben. Wir möchten, daß politisch Verfolgte uneingeschränkt Asylrecht genießen ... Die BRD muß sich (um eine) politische Lösung (in Kurdistan bemühen). Warum soll (dort) nicht möglich sein, was sich ... im Nahen Osten abzeichnet oder ... in Bosnien gefordert wird? ...


Tierhaltungsverbot für Pohlmann?

Gott, wie putzig! Angeklagt und enteignet gehört der Kerl, und mit ihm sämtliche federlosen Hühner in seiner Villa, die den ganzen Hühner-KZ-Betrieb längst übereignet bekommen haben. Und zwar wegen Bildung einer Kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung. Anderen Banden, z.B. solchen die Drogen herbeischaffen, damit die Fleischfresser die "Produkte" der Argrarindustrie überhaupt in Ruhe runterkriegen, droht schließlich auch sofortiger, langer Knast plus Einzug der Gewinne und Vermögen.


Sessions im Amadeus

finden großen Anklang sowohl bei Musikern als auch den Gästen. Allein bei der letzten, sie finden jeden 2. Dienstag im Monat statt, reichten sich 65 Musikanten die Instrumente weiter. Spannend ist, daß wirklich alle Stilrichtungen gespielt werden, was von einer großen Vielfalt in Oldenburg zeugt. Wer Interesse hat, gar neue Bandkontakte sucht, braucht nur seine Gitarre o.ä. mitzubringen. Der Rest der professionell gefahrenen Anlage steht (einschließlich Drums, Keyboards etc.)


Mädchentreff Veranstaltungsprogramm

Das Mädchentreff, ein Teilprojekt des Autonomen Mädchenhauses Oldenburg e.V. hat das Programm bis Jahresende herausgegeben.

Das Programm richtet sich an alle interessierten Mädchen im Alter von 10 - 17 Jahren.

Es finden noch folgende Veranstaltungen statt: Bewegung und Tanz, Maskenbau, Schrottwerkstatt, Tonwerkstatt, Wen Do, Fotografieren und Diskussion zum Thema "Liebe und Sexualität" und "Schule, und was dann...?". Das vollständige Programm kann bei Mädchentreff, Lindenalle 4, 26122 Oldenburg angefordert werden.


Wald in deiner Nähe II

Was ist das eigentlich - ein Baum? Brücke zwischen Himmel und Erde? Lebensgarant? Blitz aus dem Boden? Heimstatt? Freidliches Wunder? Und - wie lange noch machen die Bäume mit? Kann sein, sie sind demnächst schon nicht mehr unter uns, wachsen einfach nicht mehr, sterben, treiben im Frühjahr nimmer aus.

Auf uns zu wächst die A 20. Die braucht keinen Regen. Wir können vertrocknen. Kein Sturm schadet ihr, sind wir schon hinweggefegt. Ein 80 m breiter Todesstreifen, geronnener Geist, Sinnbild unserer Gesellschaft, Betonwalze der Megamschine, den zukünftigen Müll in den Osten, bis nach Wladiwostock zu schaffen. jaja, Autobahnen schaffen Arbeit und Tod. 8 km nördlich unseres Anwesens hier in Vorpommern zerreißt ihr Lärm die Luftgefüge, Falter, Vögel zerbersten an Kühlern, an der Front(- scheibe), zerfetztes Gedärm berührt gerademal Reifen (Wie schnell wird Blut zu Dreck. Und Stahl zu Rost?), Asphalt brandmarkt das Land (Raucherlunge, Teer ... und weiter?), ausgepuffte Pest sammelt sich zur tödlichen Dosis.

Trotz allem (und allen?)., Wider die Verwüstung forsten wir einen Teil unsers Landes weiter auf. Im Oktober wollen wir 7500 Laubbäume (Erlen, Eichen, Eschen, Buchen) pflanzen. Niemand wird uns die Setzlinge schenken, staatliche Förderung hilft erst, wenn die Bäume umzäunt im Boden sind. Aber vielleicht spenden uns viele, viele Menschen, denen lebendiges Grün am Herzen liegt, etwas Geld, daß Busch und Baum wachsen können.

Dazu möchten wir hiermit aufrufen! Unser Waldkonto hat die Numer 430 145 24 bei der KSK Demmin, BLZ 150 516 72. Was kostet das Leben? Eine Mark für einen Baum.

Mit besten Grüßen, die Gemeinschaft Zar Nekla die Erste, Nattermoor 19, 17121 Zarnekla

Allen Menschen, die für den ersten Teil der Aufforstung im vergangenen Herbst (7000 Erlen) spendeten und uns beim Pflanzen halfen, auf diesem Wege unseren lieben Dank!


Die 7 Geschosse des Uni-Hotels

Zur Finanzierung des Hörsaalzentrums soll einem privaten Investor ermöglicht werden, gegenüber des jetzigen AVZ-Parkplatzes ein siebenschössiges Hotel mit einer Ladenzeile zu bauen. Im Bauausschuß (vom 1.9) waren die Pläne umstritten. Sieben Geschosse sind Oliver Dierks (CDU) zu hoch, da die umliegenden Gebäude maimal vier haben. Schwindelfrei hingegen glaubt sich Helmut Hoppe (SPD), der die Probleme eher bei den fehlenden Parkplätzen sieht und eine Tiefgarage für notwendig hält. Sorgen habe er auch nicht wegen der Bäume, meinte er, dafür sei Herr Thielemeyer (Die Grünen) zuständig. Dieser jedoch hält ein Hotel für wünschenswert und schien auch einer privatwirtschaftlichen Nutzung des Hörsaalzentrums nicht abgeneigt. Keineswegs Einigkeit also vor der geplanten Bürgerversammlung.


Kirchenasyl erfolgreich

Nach einem Jahr ging mit Erfolgt das Kirchenasyl einer kurdischen Familie in Eberbach (Baden) zuende. Das Verwaltungsgeric ht Karlsruhe sprach sich für ein Bleiberecht aus, weil in der Türkei politische Verfolgung drohe.


Direkter Radweg in Heiligengeiststr.

#

Radfahrende bekommen bald am Pferdemarkt einen geraden Überweg über die Ziegelhofstraß e in die Heiligengeiststraße, den sie in beide Richtungen befahren dürfen. Autos müssen sich dort in drei Spuren einordnen, die rechte wird als Bushaltestelle mitverwendet. Entsprechende Planungen nahm am 1.9. der Bauausschuß zustimmend zur Kenntnis.


Mit Hängen und Würgen

Schon drei Tage vor den Sommersemeterferien, am 6.7., konnte das Studi-Parlament den AStA wählen und den Haushalt verabschieden. Vier Monate bleiben Alternativer Liste, Gruppe Links und Simply Red/Jusos noch für effektive Arbeit bis zu den nächsten Wahlen. Bleibt zu hoffen, daß die AStA-Bildung nächstes Mal schneller geht.


Besser rasen am Drögen Hasen

Freie Fahrt haben bald die Autos auf dem Drögen-Hasen-Weg. Dieser wird neben der Ausstattung der Bahnübergänge mit Schranken und Gehweg auch auf 5,50m Breite jausgebaut. Da dort besonders viele Fahrten zum Schnellrestaurant und Einkaufszentrum unternommen werden, wäre eine Sperrung der Straße (außer für die Landwirtschaft) sicherlich billiger gewesen.


Kann Frau sich Familie noch leisten?

ist das Motto einer Veranstaltung des Mütterzentrums am Samstag, den 17. September von 14 bis 18 Uhr. Eingeladen sind eine Alleinerziehende, eine Frau mit 6 Kindern, eine "Durchschnittsfamilienfra u" und eine Rentnerin, die aus ihrer Lebenssituation ihre gesellschaftliche Lage schildern. Auch Staatssekretärin Gebiele Witt vom Frauenministerium, sowie Doris Addicks von der Landesversicherungsanstalt werden Vorträge halten. Für Unterhaltung sorgt u.a. das Kabarett "Die Furien", es gibt einen Flohmarkt und für Kinder ist der Spielefant dabei. Ein weiterer Vortrag im Mütterzentrum wird am Mi, 21 September, um 20 Uhr von Eva Sasse (Koryphähe im Bereich Medien fuer feministische Naturwissenschaft und Technik) gehalten. Parthenogenese - das bedeutet, wenn Frauen aus sich selbst heraus gebären - eine Seltenheit oder so oft wie Zwillingsgeburten?


Ich spare, wo ich will!

Für Aufregung sorgte ein verwaltungsintern er Erlaß von Oberstadtdirektor Wandscher auf der Juli-Ratssitzung, in dem die Dezernate angewiesen wurden, nur 90% der im Haushalt bewilligten Mittel auszugeben. Die SPD sah Ratsbeschlüsse unterlaufen nd forderte in einem Dringlichkeitsantrag die Rücknahme der Verfügung. Nach einer 10 min Beratung der CDU-Fraktion sprach diese sich gegen die Rücknahme aus. Sie wäre sowieso gegen diesen Haushalt gewesen, wohingegen die FDP den Anschein erweckte, der Rat sei sowieso überflüssig: Bernhard Witte sagte, der Rat sei gefordert, wenn es ums Sparen gehe. Handelt er nicht, sei dieses Aufgabe der Verwaltung. Gernot Koch (Die Grünen) kritisierte, erst in den Ausschüssen zufällig davonw Wind bekommen zu haben. Der Rat beschloß, die Angelegenheit in Finanz- und den anderen Ausschüssen zu besprechen. Für die nächste Ratssitzung am 19.9. (18 h im PFL) wird ein Dringlichkeitsantrag des Sozialaussusses anstehen, der sich dagegen wehrt, daß diverse Initiativen nd Einrichtungen, die Personalkosten haben, vonw den Maßnahmen betroffen sind.


Die Werkstattschule

für Kunst und Kulturarbeit startet ab dem 5. September ihr neues Kurssemester mit 73 Angeboten von der Bildhauerei und Malerei über künstlerische Keramik bis hin zum eigenständigen experimentellen Gestalten in allen Disziplinen. Das Programm kann bei der Werkschule, Hochheiderweg bezogen oder Telefonnummer 0441- 382939 angefordert werden. Bildungsgutscheine werden mit den Kursgebühren verrechnet.


Standardtänze für LesbenFrauen

Jetzt gibt es in Oldenburg eine Möglichkeit für LesbenFrauen, regelmäßig zu tanzen und das in zahlreichen Tanzkursen oder im Selbststudium Erlernte anzuwenden. Schon länger suchten die Organisatorinnen LesbenFrauen, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützen. Bei der Maidisco wurde einmal mehr festgestellt, daß der "Tanz" erst gegen 23 Uhr losgeht. Warum nicht einfach die Zeit ab 21 Uhr nutzen? Am 9. Juli war es dann soweit: bei einer Rumba wagten sich schon um 21.10 Uhr die ersten Tanzpaare auf die Tanzfläche. Es gibt jetzt bei jeder LesbenFrauendisco 90 Minuten Standardtanz.

KBCubaTxt

Solidaritätskarawane Cuba

Aufruf

Wir... sind Menschen mit verschiedenen Ideen. Wie unsere Herkunft und Tätigkeiten, so sind unsere Einschätzungen des cubanischen Gesellschaftsmodells in vielerlei Hinsicht unterschiedlich.

Einig sind wir uns aber auf jeden Fall in zwei entscheidenden Punkten:

* Wir, die wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, haben nicht das Recht, den Bewohner/innen des armen, von der doppelten Blockade hart betroffenen Cuba hineinzureden, was sie tun und lassen sollen. Das internationale Recht auf Selbstbestimmung muß auch für Cuba gelten.

* Wir wehren uns dagegen, daß die Konflikte der Welt auf dem Rücken der Kinder, der alten Menschen oder sonstigen schuldlosen Bürgern ausgetragen werden. Sie sollen nicht hungern. Wie alle Menschen dieser Welt sollen sie weiterhin das in Cuba seit mehr als 30 Jahren verwirklichte Recht auf Wohnung, Bekleidung, Schulbildung und ärztliche Betreuung haben.

Seit drei Jahren organisieren in den USA die "Pastors for Peace" Freundschaftskarawanen für Cuba, die durch hunderte von Städten zogen, mit Menschen redeten und Medikamente, Kleidung, Rollstühle, Schulbusse, mitunter Bibeln und auch Geld sammelten. Diese Karawanen der Menschlichkeit wurden trotz der geltenden US-Blockade-Einschränkungen, die u.a. einen Direkttransport verbieten, über die Grenze nach Mexiko gebracht, von wo aus die Solidaritätsgüter weiter nach Cuba transportiert wurden.

Dem Aufruf der US-amerikanischen Pastoren folgend, wollen wir in Europa, auch hier in der Bundesrepublik, gemeinsam Ähnliches durchführen.

Im September werden daher Busse, LKW und PKW, beladen mit Hilfsgütern in einer Sternfahrt nach Bremen transportiert, wo die Spenden auf ein Schiff verladen werden...

Was zur Zeit auf Cuba am dringendsten gebraucht wird, sind Medikamente und Schulmaterialien, Anlageteile für Alternative Energien, Milchpulver und Geldspenden für die Anschaffung dieser Dinge.

Wenn auch Sie an dieser Form der Solidarität teilnehmen wollen, bitten wir Sie ... um Ihre Spenden an Sommerkleidung, Medikamenten, medizinischem Ge- und Verbrauchsmaterial Geld - oder auch um Ihren persönlichen Einsatz bei den vielen notwendigen organisatorischen Aufgaben.

... Wenden Sie sich zwecks näherer Informationen an eine Cubagruppe am Ort oder an die bundesweite Koordinationsstelle:

NETZWERK CUBA-Informationsbüro-e.V., Reuterstr.44, 53113 Bonn

Tel&Fax:0228-241505

(An diese Anschrift senden Sie bitte auch Ihre Unterstützungsunterschrift)

Spendenkonto Sparkasse Bonn, Kto.-Nr.46953, BLZ 380 500 00 - Stichwort: KARAWANE-Spende, bitte unbedingt angeben.


Ein Erfolg im Kampf gegen die Verpackungsflut

Städte und Gemeinden dürfen grundsätzlich auf die Verwendung von Enwegverpackungen und Einweggeschirr sowie Dosen an Imbißständen und in Fastfood-Restaurants eine Steuer erheben.

Das hat jetzt das Bundesverwaltungsgericht in Berlin entschieden. Eine solche Steuer sei auch dann zulässig, wenn der Hauptzweck die Abfallvermeidung sei, hieß es.

Hintergrund des Urteils ist die Stadt Kassel. Diese will nämlich Einwegverpackungen besteuern. Die Steuern waren absichtlich so hoch gewählt, daß ein Verzicht auf die Verpackung teilweise billiger ist.

Aufgrund einer Klage, die mehrere Gastronomieunternehmen, darunter auch McDonalds angestrengt haben, prüfte das Gericht die Zulässigkeit, denn damit greift die Stadt aktiv in die Müllvermeidung ein, die eigentlich Landes- oder Bundessache ist. Es wurde vermutet/gehofft, daß die Stadt damit ihre Kompetenzen überschreitet.

Aber das Gericht hat sich anders entschieden. Die Besteuerung ist zulässig. Damit hat die Steuersatzung in Kassel voraussichtlich Bestand. Das letzte Wort hat allerdings der Verwaltungsgerichtshof in Hessen. Bleibt nur noch zu hoffen, daß sich auch andere Städte ein Beispiel daran nehmen.

Eine sehr bekannte, große Fast-Food-Kette denkt untersessen über die Schließung ihrer Filialen nach.


Radio Wilhelmshaven

Nicht nur in Oldenburg, sondern auch in Wilhelmshaven hat sich eine Initiative gebildet, die nichtkommerziellen Lokalfunk machen will.

Am 19 Juli lud der Arbeitskreis zahlreiche Organisationen, Initiativen und Verbände ein, um zu berichten und zu planen. VertreterInnen zahlreicher Gruppen, von Kirchen und Gewerkschaften zur Lilla Villa, der Arbeitsloseninitiative und Pumpwerk, freie Journalisten und - nicht zu vergessen - "überlebende" Piraten waren dabei.

Nun geht es darum, da zu sein, wenn das grüne Licht kommt. Und so gründete sich am 19 Juli eine Arbeitsgruppe, die zunächst einmal das Landesmediengesetz studieren und eine Konzeption für einen NKL erarbeiten wird.


Kriegsdienstverweigerung

Auch wenn die Militaristen ihr mörderisches Handwerk rationalisieren: KDV ist wichtiger denn je.

KDV-Treff: DFG-VK, 1. u. 3. Do, 18 Uhr, Bahnhofsstr. 23 (AWO), wenn's drängt, Tel: 0441-384755 (Q)

Reservisten verweigern den Kriegsdienst, Treffen: letzter Do im Monat, 20 Uhr, Litfaß, wenn's drängt, Tel: 0441-884489, 0441-25057

Totale Kriegsdienstverweigerung, Tel: 0441-86839


Kulturetage mit reduziertem Programm

Die Kulturetage bietet aus finanziellen Gründen in diesem Herbst kein Gastspielprogramm an! Denn Theater ist nun mal - trotz Eintrittspreisen und trotz guter Publikumsauslastung, ein "Zuschussgeschäft". Was trotzdem veranstaltet wird, ist zweckgebundenen Zuschüssen vom Land, Bund, Stiftungen, Firmen und der Stadt zu danken.

Ohne Hilfe von außen kann die Kulturetage das Programm nicht in gewohntem Masse aufrechterhalten. Gespräche mit Parteienvertretern und der Stadt stellten keinerlei Besserung in Aussicht. Sie setzen auf ihr Publikum, auf privates Engagement.

Die Kulturetage sucht 500 Fördermitglieder, die mit durchschnittlich 20 DM im Monat die Kulturetage absichern und das Gastspielprogramm erhalten.


cafe QUOX eröffnet

Ab Donnerstag, 29.9.94, wird in den Räumen der ALSO in der Kaiserstr. 19 das cafe QUOX offenstehen. Es soll zum Treffpunkt aller Jugendlichen und junger Erwachsener werden, die keine Arbeit haben bzw. eine, die schlecht bezahlt ist und als unwürdig empfunden wird.

In entkrampfter Atmosphäre und mit niedrigen Getränkepreisen wird das cafe QUOX fortan jeden Donnerstag von 18.00 bis 23.00 Uhr geöffnet sein. Gemütlich zusammensitzen, sich unterhalten und festetellen, daß es den Leuten um eineN herum ja ähnlich geht mit dem Sozialamt, der hogen Miete, den "bösen Blicken" der Nachbarn o.a., sich über die schlechten und auch guten Erfahrungen austauschen. Mögliche Widerstandsformen zu entwickeln zoll das Ziel von cafe QUOX werden.

Die Sozialberatung findet nach wie vor zu den üblichen Zeiten, Mo-Mi: 9.00 - 13.00 Uhr und Di: 17.00 - 18.30 Uhr statt.

Zum Vergnügen aller wird einmal im Monat ein Filmgezeigt. Zur Eröffnung am 29. September wird der Film "eat the rich" zu sehen sein. Für jeden Gast gibt es eine überraschung.


Aus dem Leben eines Mechanikers

Vom 4.9. bis zum 2.10. stellt die bbk-Galerie Oldenburg Arbeiten des delmenhorster Künstlers Albrecht Fürg aus. Es sind Zeichnungen eines Zykluses mit dem Titel: "Aus dem Leben eines Mechanikers"

Der Mechaniker selbst bleibt unsichtbar, sein Markenzeichen aber, eine Schraube findet sich vielfach variiert auf den Bildern dieser Serie wieder.

Der Künstler läßt in der Rolle eines Handwerkers den Betrachter teilhaben an persönlichen Sichtweisen der Dinge dieses Lebens.

Die Bildinhalte können auch als Botschaften gewertet werden: da Albrecht Fürg Metaphern verwendet, bleibt allerdings offen, ob z.B. der Stacheldraht, auf dem sich die Traumfrau niedergelassen hat, ihr selbstversändlicher oder von Neidern zugewiesener Platz ist.

Vor allem vermitteln die Zeichnungen aber, daß es stets nur Ausschnitte vom Weltgeschehen sind, die wir zlle zu gesicht bekommen. Das soll nicht beklagt werden, denn eine gewisse Abschottung kann Überlebensstrategie sein.

Öffnungszeiten der bbk-Galerie Oldenburg, Peterstr. 1: Mo/Di 15-17 Uhr Mi 16-19 Uhr Sa/So 10-13 Uhr


Kinderinteressen nie vergessen

Unter diesem Motto steht der diesjähriger Weltkindertag am 20.9. Wie in den vergangenen Jahren veranstaltet auch in diesem Jahr der SPIELEFANT Oldbnurg in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. viele Aktionen für Kinder aus Oldenburg und Umgebung.

Es werden unter anderem geboten: Spielemoviele, Hüpfkissen, riesiger Flohmarkt (ohne Standgebühr, 11.00 - 18.00 Uhr), "Offene Bühne" (11.30 - 14.00 Uhr), Info - und Spielestände von vielen Oldenburger Vereinen und Iunitiativen, Zirkuszelt, Kindertheater, Zaubern, Musik für Kinder, Akrobatik. Die meisten Veranstaltungen sind eintrittsfrei. Das ganze findet auf dem Rathaus- und Schloßplatz statt.


Zufluchtstätte für von Gewalt bedrohte Mädchen

- Vorarbeiten zur Einrichtung einer Zufluchtstätte vom Mädchenhaus Oldenburg geleistet -

"In Gewalttaten gegen Mädchen findet die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ihren extremsten Ausdruck. Gewalt wird häufiger gegen Mädchen gerichtet und sie reagieren auf das Erlebte anders als Jungen," sagt Doris Bees, Sozialwissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Autonomen Mädchenhauses Oldenburg e.V.

Wird Gewalt innerhalb der Familie ausgeübt, verlieren die Mädchen ein Zuhause, daß ihnen Schutz und Sicherheit gibt. So ist es nicht Abenteuerlust sondern Leidensdruck, der viele Mädchen veranlaßt von zu Hause wegzulaufen. In der Zufluchtstätte sollen diese Mädchen aufgefangen werden.

Die Aufnahme wird rund um die Uhr und auch am Wochenende möglich sein.

"Betroffene brauchen rasche und intensive Hilfe. Sie müssen pädagogisch und psychologisch unterstützt werden, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und, um einen dauerhaften Weg aus ihrer Notsituation zu finden," so Cathrin Schulz, Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Vereins.

Die Zufluchtstätte ist so konzipiert, daß Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 21 Jahren eine vorübergehende Wohnmöglichkeit und pädagogische Unterstützung erhalten. Innerhalb von drei Monaten soll geklärt sein wie ihr weiterer Lebensweg aussieht. Die Addresse der Zufluchtstätte muß anonym bleiben, da erfahrungsgemäß viele Mädchen davon bedroht sind, mit Gewalt wieder nach Hause gebracht zu werden.

In anderen Städten wie Osnabrück, Bielefeld oder Münster existieren bereits Zufluchtstätten, die Mädchen Schutz und Hilfe bieten.

Eine Untersuchung des Mädchenhauses belegt, daß für die Landkreise Ammerland, Oldenburg, Wesermarch und die Stadt Oldenburg eine entsprechende Einrichtung fehlt

Der Verein plant, die Zufluchtstätte Anfang nächsten Jahres zu realisieren.


Umzug der Greenpeace-Gruppe Oldenburg

Seit über 6 Jahren durfte die Oldenburger Greenpeace-Gruppe Räume der Evangelischen Erwachsenenbildungsstätte (EEB) nutzen. Nun zieht die EEB in neue Räume um und so müssen auch die Umweltschützer sich ein anderes Domizil zuchen. Nach einem Monat der Wanderschaft werden sie ab September in der Katholischen Hochschulgemeinde, Unter den Linden 23 jeden Montag um 19.30 h tagen.

Sobald die Räume im PFL Umwelthaus zur Verfügung stehen, werden die Greenpeacer wieder umziehen. Telefonisch bleiben sie jedoch weiterhin unter 4860378 (Werner Altnickel) und 664423 (Jan Handwerker) erreichbar.


Seminar zum Thema Müll

Nach dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts, daß der Stadt Kassel die Erhebung einer Steuer auf Einwegverpackungen erlaubte, steht fest: Der Trend geht zur Abfallvermeidung. Trotzdem steht in Oldenburg bald die Entscheidung an, was mit dem städtischen Müll künftig passieren wird.

Soll in Oldenburg eine Müllvergrennungsanlage entstehen oder wird die Entscheidung zugunsten umweltfreundlicher Entsorgungswege gefällt? Dies und die Hintergründe sind Thema im neuen Gesprächs- und Arbeitskreis "Müll" des JUB's (Jugendumwelt Büro) Oldenburg. Zum Thema "rechtlicher Hintergrund" veranstalten wir vom 14. - 16. Oktober ein Seminar in Iffens. Eingeladen sind alle, die sich für das Thema interessieren. Zwei Referenten berichten über "Abfallrecht" und "Planungsverfahren".

Das Seminar kostet 15 DM und die Fahrtkosten mit Öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖFFIS) werden, außer 10 DM Eigenbeteiligung zu 50 % zurückerstattet.

Anmeldungen bitte schriftlich über: Tanja Contermann, D 608, Huntemannstr. 2, 26131 Oldenburg, Tel: 0441-55118

Der Anmeldeschluß ist der 4. Oktober

Es ist schon beschämend, was sich hier in Oldenburg abspielt.

Ich bin am Mittwoch für zwei Tage nach Hause gefahren. Wie üblich habe ich mein Fahrrad am Bahnhof unter der Brücke abgestellt.

Als ich am Freitag morgen wiederkam, traute ich meine Augen kaum. Da hat man meinem Fahrrad (es ist wirklich kein gutes) doch tatsächlich den Sattel geklaut. Ich dachte nur, daß es nicht sein kann, denn auf dem Rad wurde in mühsamer Handwerksarbeit ein neuer (alter!) Sattel aufmontiert.

Da hat sich also jemand wirklich Arbeit gemacht. Der Dieb muß ja auch um Entdeckung gefürchtet haben. Das finde ich schon ziemlich dreist.

Martin S. aus W.

Gefahr durch Bäume

Durch umstürzende Bäume sterben wenige im Strassenverkehr, zweifelte eine Frau am Sinn sog. Verkehrssicherung - das Fällen der 300 jährigen Eichen an der Ofener Straße. Einige lächelten "wissend". Zunächst auch ich.

Nur wenn es der Stadt so ernst ist mit der Verkehrssicherheit, warum wird dann nicht der Ausoverkehr stillgelegt? Schließlich sterben jährlich mehr als 10000 durch KFZ.

Gerold Korbus

Tendenz: Kürzend oder: Wo können wir noch schwimmen? Die Hunte ließ Herr Wandscher zu ,Kein Badegewässer" erklären. Der zweite Anschlag galt dem ehemaligen ,Polizeibad". Im Schwimmbad Eversten ist seit langem kein öffentliches Baden mehr möglich. Jetzt reicht angeblich das Geld nicht mehr für das Unibad. Es steht schlecht um die gesündeste Sportart in Oldenburg. Herr Freiherr von Kanzler der Uni scheint Illusionen zu haben, wenn mit einer Schließung bis Januar tatsächlich ein Betrag von 200.000 DM eingespart werden soll. Auch ein leeres Schwimmbad muß geheizt werden, soll es ohne Schaden über den Winter kommen. Schlicht vergessen wurde wohl, daß es durch den öffentlichen Betrieb Einnahmen gibt. Zudem soll der Ausbildungsbetrieb der Uni weitergehen - wenn die Studis Wasserspringen üben sollen, müßte ersatzweise ein Stadtschwimmbad angemietet werden. Das kostet erstens Geld, außerdem stünde in diesen Zeiten nochmal weniger Schwimmöglichkeit in OL zur Verfügung. Das Personal kann und soll nicht einfach so von heute auf morgen versetzt werden. In Kreisen des Hochschulsports wird deshalb die reale Einsparmöglichkeit auf 50.000 bis 70.000 DM geschätzt. Bleibt die Frage, was die erstgenannten Phänomene miteinander zu tun haben. Schließlich ist die Hunte ein Opfer der Bundes- und EG-Landwirtschaftspolitik zugelassenen Vergiftung. Das Freibad an der Margarethenstraße wurde Opfer des Bundesvermögensamtes und der Stadtpolitk. Letztere entschied auch die Schließung des Everstener Bad für die Öffentlichkeit. Beim Unibad hingegen wird die Landesregierung kritisiert, die das breit verstreute Füllhorn der Wahlgeschenke wieder einsammele. Andererseits stünde genügend Geld zur Verfügung - Hannover konzentriere die vorhandenen Gelder aber jetzt auf das nutzlose Projekt EXPO 2000, was letztlich fast nur der Region von Hannover zu Gute komme. Die Landesregierung kontert, daß an der Finanzmisere die Bundesregierung durch die Art, wie die Einheit herbeigeführt wurde, schuld sei - Stichwort Benachteiligung durch zu hohe Ausgleichzahlungen von Niedersachsen an die neuen Bundesländer. Zu welcher Schlußfolgerung mensch auch kommen mag: Wenn Hannover - schlau geworden in den vergangenen Jahren und sich aus der Diskussion um konkrete Punkte heraushaltend (,Streitet Euch mal schön untereinander") - verfügt, daß 4 Mio insgesamt und 2,95 Mio DM für das Personal der Uni weniger bezahlt werden sollen, dann fehlen diese Mio im wesentlichen im Wirtschaftskreis der Stadt. Die fragliche Gemeinsamkeit der aus dem Verkehr gezogenen Wasserprojekte ist u.a. im hohen gesundheitlichen Werte des Schwimmens zu finden. Was auf der Seite der Gesundheitsförderung ,gespart" wird, kommt auf der Kostenseite der Krankenkassen mehrfach wieder zurück. Für das Unibad ist in Überlegung, daß es zu Semesterbeginn Mitte Oktober wieder zur Verfügung stehen soll. Möglicherweise wird dies der Senat der Uni so beschließen. Dies wird allerdings unter Einhaltung der Sparauflagen voraussichtlich nur unter erheblicher unbezahlter Mehrarbeit der HochschulsportmitarbeiterInnen möglich sein, die durch Solidaritätsaktionen wie Schwimmfeten und ähnlichem versuchen wollen, den realistisch möglichen Sparbetrag über Spenden zu finanzieren. Gerold Korbus


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel.