Oldenburger STACHEL

Jeder autogefahrene Kilometer weniger ist mehr

Jeder autogefahrene Kilometer weniger ist mehr

"Aktion NORDLICHT: neue Beweglichkeit ohne Auto für Klimaschutz und Gesundheit.

Wir fahren, wie viele andere, jeden Tag mit dem Rad zum Arbeitsplatz - wir benutzen unseren gesunden Körper und unsere Kraft für die Erreichung unserer Ziele. Und wenn es mal zuviel ist, dann gibt es noch Bus oder Bahn. (Zugegeben die Verbindungen sind nicht immer günstig und für manche sogar unmöglich.) Und wir wünschen uns angenehme und schöne Wege: ohne Lärm, ohne stinkend-ungesunde Abgase, ohne ständige Aufmerksamkeit auf die Autos.

Und wir wünschen uns noch viel mehr: Wir wünschen uns wieder Straßen und Wege zum Leben, Plätze zum Treffen und Reden. Unsere Städte könnten so ruhig und grün sein, daß wir nicht mehr ,fliehen" müssen, sobald Wochenende ist, daß unsere Kinder draußen spielen können und wir wieder unsere Nachbarn kennenlernen können.

Dazu gehört natürlich letztlich viel mehr: Geschäfte, Vereine, Sozialstrukturen sind wieder dort, wo wir sie benötigen, Arbeits- und Schulweg sind wieder zu Fuß oder per Rad zurückzulegen, auch kleine Läden haben wieder eine Chance, Kultur findet in unserer Nähe statt und ein flächendeckender öffentlicher Nahverkehr bietet regelmäßige Anbindung an umliegende Städte und Dörfer. Alte und Behinderte sind nicht mehr zusätzlich diskriminiert.

Den momentanen Weg in der Verkehrpoilitik können wir nicht mehr lange weitergehen: Die zunehmende Individualmotorisierung und einhergehender Straßenbau führt immer verheerender zu Bodenversiegelung, Waldsterben, Landschaftszerschneidung, Klimaveränderung, Luftverschmutzung, Lärmstreß, 10 899 Verkehrstoten und 305 500 Verletzten pro Jahr (1991), Isolation der Menschen voneinander und letztlich ganz erheblich zu einer zunehmenden Krankheit in Körper und Seele.

Wir sind der Überzeugung, daß eine Umgestaltung wie oben beschrieben einen großen Fortschritt bedeutet! Und zwar in ökologischer, sozialer, psychologischer und politischer Hinsicht. Es ist doch nicht wirklich aufwendiger, große Strecken mit der Bahn zurückzulegen (natürlich gibt es nachvollziehbare Ausnahmen). Hier kann gelesen, gedöst, geschrieben und unterhalten werden und vor allem fällt der nicht zu unterschätzende Streß der Selbstfahrens weg. Außerdem führt ein solcher Umbau tatsächlich zu kürzeren Wegen und damit auch wieder weniger Fortbewegungsnotwendigkeit.

Und eine angenehmeUmgebung macht bekanntlich zufriedene, friedliche Menschen (das ist psychologisch eindeutig belegt) - wer weiß, was das für eine Gesellschaft bedeuten kann?

Und das Auto könnte die Aufgaben erfüllen, für die es eine große Hilfe ist, für Transporte, Kranke, Alte, Behinderte, für wichtig-eilige Fortbewegung, usw. Denn wir wollen nicht die Technik an sich verdammen, aber wir wollen einen intelligenten, angemessenen, der Menschheit dienlichen Umgang damit!

NORDLICHT

Wir wissen, daß es vielen Menschen noch garnicht möglich ist, ohne Auto auszukommen, und daß unser Ziel nur durch einen sehr langsamen Umbau verfolgt werden kann: Förderung des ÖPNV (Jobticket, Studiticket, erschwingliche Jahreskarten,...) und gleichzeitige Rückdrängung des Individualverkehr (Parkgebühren, teures Bezin,...). Aus diesem Grund wollen wir in Oldenburg an der sozialpsychologisch entwickelten Aktion NORDLICHT (für AutofahrerInnen) teilnehmen: Handzettel, die überall in Oldenburg ausliegen (z.B. Umweltamt, Uni), beinhalten Vorschläge und Möglichkeiten, das Auto Zuhause zu lassen, sowie ,sieben Schritte zur neuen Beweglichkeit" . Jede teilnehmende Person überprüft ihren Benzinverbrauch und setzt sich selbst ein persönliches, realistisches Ziel, zählt ihre Kilometer und teilt den Erfolg auf der Teilnehmekarte ist. Den InitiatorInnen ist es wichtig, daß die Teilnahme nicht durch Vorwürfe und schlechtes Gewissen bewirkt wird, sondern durch Spaß, denn durch Verkniffenheit sei keine Verhaltensänderung zu bewirken.

der Erfolg dieser Aktion wird später über die örtliche Presse mitgeteilt, so daß die Teilnehmenden um die Bedeutung des eigenen Handelns wissen, wenn alle mitmachen.

Die Resonnanz auf die letzte NORDLICHT-Aktion (zum Thema Wasser- und Energiesparen) war sehr positiv: Allein in Kieler Haushalten ist eine Energieersparnis um 3% (10 Mio Kilowattstunden oder 10000 t Kohlendioxyd) erreicht worden.

Wir hoffen auf ebensolchen Erfolg für diese Aktion und wünschen uns, daß viele selber mitmachen oder sogar die Handzettel in ihrer Schule, Firma, Behörde, Verein, Kirche,... mitverbreiten. Es ist ein wichtiges Prinzip hierbei, Zettel in verschiedensten sozialen Netzwerken zu verteilen!

Ihr könnt Handzettel und Informationen von uns bekommen. Eva, Julia, Greenpeace-Vehrkehrsgruppe (Tel:593422 oder 73336)

(Initiative: Greenpeace-Vehrkehrsgruppe)


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