"Im Rahmen der Verhandlungen zum Semesterticket haben wir uns auch Gedanken über die Fahrradfahrer in Ol gemacht. Dabei ist augefallen, daß es in Ol keine ausreichende Möglichkeit zur billigen Reparatur eines ,Drahtesels" gibt , obwohl Ol neben Münster die Fahrradstadt in Deutschland ist.
Ein großer Teil des innerstädtischen Verkehrs wird mit dem Fahrrad abgewickelt, das Fahrrad nimmt in Ol als Verkehrsmittel Nr. 1 einen wichtigen Stellenwert im alltäglichen Leben ein.Maßgeblich beteiligt daran sind unter anderem die weit über 10.000 Studenten. Diese Entwicklung gilt es zu unterstützen.Eine wichtige Maßnahme ist hier die Errichtung einer Fahrradselbsthilfewerkstatt: je stärker ein Rad genutzt wird, desto öfter geht auch etwas daran kaputt.
Warum besteht überhaupt Handlungsbedarf, denn es gibt doch genug Werkstätten in Ol?-Es gibt sie schon,aber sie sind meistens zu teuer .Typisches Beispiel:Defektes Tretlager. Nur die Wenigsten besitzen den zur Reparatur erforderlichen Abzieher.Die Reparatur im Laden kostet leicht über 60 Mark.Dies steht in keinem Verhältnis zu den anfallenden Ersatzteilkosten. Oft die Konsequenz: das Rad bleibt defekt herumstehen.Eine ideale Lösung wäre hier eine Selbsthilfewerkstatt. Alle nötigen Werkzeuge sind vorhanden, und nur die Ersatzteile müßten bezahlt werden.Dadurch, daß die Reparatur selbst ausgeführt wird, werden gleichzeitig oft vorhandene Hemmungen und Unsicherheiten gegenüber dem ,Rätsel Fahrrad" abgebaut und dadurch eine stärkere Identifikation mit diesem umweltfreundlichsten aller Verkehrsmittel geschaffen. In anderen niedersächsischen Städten wie Hannover und Braunschweig existieren solche Einrichtungen schon lange und stoßen auf große Resonanz.
Auch die Unileitung denkt an die Radfahrer: Es soll eine Fahrradstation in Verbindung mit einer Parkraumbewirtschaftung entstehen. Es wird an die Errichtung eines Reparaturservices in Verbindung mit bewachter Stellfläche für Fahrräder gedacht.Grundsätzlich sind diese Ideen zu unterstützen ,aber: Der Reparaturservise soll dabei die Personalauslastung des für die Parkraumbewirtschaftung nötigen Personals sichern.Außerdem ist der Verkauf von hochwertigen Rädern im Gespräch,. Damit würde die Fahrradstation sich nicht sehr von einem gewöhnlichen Fahrradhandel unterscheiden, wie in Uninähe einige existieren.Es ist aufgrund des sich vom Unipersonal regenden Widerstandes sowieso fraglich , ob die Parkraumbewirtschaftung eingeführt wird.
Unser Konzept orientiert sich an dem Modell der Hannoveraner Selbsthilfewerkstatt: Es soll eine gut eingerichtete Werkstatt zur allgemeinen Benutzung zur Verfügung gestellt werden.Dabei soll das ganze Spektrum vom Gelegenheitsfahrer bis zum engagierten ,Schrauber" angesprochen werden. Um auch den Austausch von kaputten Teilen zu ermöglichen, soll ein Ersatzteileverkauf integriert werden. An 4 Nachmittagen soll geöffnet sein. Um auch Werktätige anzusprechen wird ein Nachmittag bis 19 Uhr geöffnet sein.Die Betreuung soll von interessierten Leute erfolgen,die immer einen festen Tag in der Woche Dienst haben.Damit wird die Werkstatt ungefähr von 8-10 Leuten getragen, wenn pro Nachmittag 2 Leute anwesend sind.
Zur Rechtsform: Gliederung in 2 Teile: Gründung eines eingetragenen Vereins, der für die Betreibung der Werkstatt zuständig ist mit Einbindung eines Gewerbebetriebes, zuständig für den Verkauf von Ersatzteilen.Die E¡nahmen aus dem Gewerbe fließen dem Verein in Form von Spenden zu.So enstehen keine unnötigen Steuern.
In Hannover existiert ein ähnliches Konzept seit 11 Jahren mit großen Erfolg.
Stand der Planung:
Durch meine Mitarbeit in Hannover, war es einfach ein detailiertes Konzept zu erstellen. Eine Vereinssatzung und Werkzeugliste liegen bereits vor.Die Raumfrage, als eines der entscheidenen Probleme ist gelöst. Es gibt eine Zusage für einen Raum in der Nähe der Uni, welcher für diese Zwecke gut geeignet ist. Ein noch Entscheidenes Problem für die Verwirklichung besteht noch in dem Anfangskapital für die Einrichtung. Wir hoffen auf ein Unterstützung der Unileitung und der Stadt.
Wir sind zwar schon ein paar Leute, aber wenn du Interesse hast mitzuwirken (egal ob ,schrauber , oder nicht): Wir treffen uns am 23.6.94 um 20 Uhr im Cafe am Damm. Oder einfach anrufen
Uli 691682, Jürgen 776742