Oldenburger STACHEL

Kurz Berichtet

Kurz Berichtet


Wildeshausen gospelt

Vom 8. biz zum 10.7. findet in Wildeshausen das 2. Gospelfestival statt. 10 Gruppen und Chöre aus dem Oldenburger Raum bis hin zu international bekannten Gospelstars wie Melba Rai, Jan Harrington, Ron Ringwoods Gospel Messengers und Joanne Belle, die schon beim ersten Gospelfestival vor zwei Jahren das Publikum mitriß, bieten ein bunt gemischtes Repertoire zum Zuhören und Mitsingen.

Das Programm beginnt am Freitagabend mit der Eröffnung auf der Burgwiese und endet dort am Sonntagnachmittag mit einem ökumenischen Gottestdienst, mitgestaltet von Jan Harrington und Band. Dazwischen wird es in der Kreishauptstadt bis tief in die Nacht hinein gospeln, swingen, jazzen und grooven. Eine Dauerkarte, mit der man sämtliche Veranstaltungen an allen drei Tagen besuchen kann, ist bei der Kirchengemeinde Wildeshausen für 50 DM erhältlich.


Endlich!

So der ehrfreute Ausruf von J.E.S. Oldenburg. Endlich wurde den millionen HaschiskonsumentInnen in Deutschland (versierte Schätzungen rechnen mit 5 bis 10 % der Bevölkerung) zugestanden, ihre Droge zu genießen, ohne dabei mit einem Bein im Knast zu stehen, oder Balanceakte am Rande der Legalität zu vollziehen.

Was dieses Urteil des BVG in Karlsruhe vom April bedeutet, wird wohl am besonders durch die Reaktionen der Legalisierungsgegner deutlich, es gibt keine überzeugenden Argumente gegen dieses Urteil, so J.E.S. Wieder einmal werde nur der moralische Zeigefinder erhoben, verstaubte Parolen aus den Schubladen geholt, der Verfall unserer (!) Jugend wird vorausgesagt und naturlich dürfe das abgenutzte Gerede von der Einstiegsdroge nicht fehlen. (Die Tatsache, daß gerade Zigaretten und Alkohol die "Einstiegsdrogen" Nr. 1 sind, wird immer verschwiegen.) Für Menschen, die schon öfter angenehme Stunden mit Haschisch oder Gras erlebten, ohne durch den Genuß "in der Gosse" zu landen, für jeden bei dem Toleranz und Akzeptanz durch Scheuklappenverhalten oder Doppelmoral nicht ihre Bedeutung verloren haben, sollte, schreibt J.E.S. weiter, dieses Urteil als Wegweiser in eine vernünftige menschenwürdige Drogenpolitik verstanden werden.

Ungewohnt ist es schon, selbst - oder gerade - für DrogengebraucherInnen, die seit Jahren rauchen (oder essen) und Wege für sich gefunden hatten, trotz aller Verbote, auf ihren Genuß nicht zu verzichten. Die Heimloihckeiten können nun vorbei sein und wir, die wir schon immer für unser Recht auf Konsum genau dieser Drogen gekämpft haben, können einen großenb Teil dazu beitragen, daß Kiffen endlich diesen Mythos einer Bedrohung verliert und jeder Mensch Haschisch in seinen Alltag integriert wie es als richtig empfunden wird. Wir müssen, so J.E.S, uns über diese moralische Schwelle, die bestimmt weiter aufrecht erhalten wird, hinwegsetzen und die Mauern einreißen. Wenn wir es nicht tun - wer dann sonst? Die Auseinandersetzung kann ohne Angst geführt werden und J.E.S. wird sich weiter dafür einsetzen, daß der Konsum von Haschisch nicht bei Junkies, Ehemaligen und Substituierten durch irgendwelche Abstinenz-Dogmen untergraben wird.

Kommentar des Redaktions-Kiffers:

Wenn ihr mich fragt: Zurück zur Subversivität! Früher gab's mal den Begriff des Hasch-Rebellen. Damit waren nicht allein die gemeint, die sich mit dem bloßen, gewohnheitsmäßigem Konsum gegen die moralisch integeren Drogen stellten. Wer Dope (sprich Haschisch/Marijuhanna) rauchte tat dies auch, um mit seinem Konsumverhalten den Kultur- Nazis die Zunge zu zeigen. Viele waren auch überzeugt, daß der Canabis-Konsum sowie der Zustand des High eben gerade der gesteigerten Aggressionslust durch Alk-Konsum etwas entgegensetzen konnte. Andere drückten es so aus, daß der Konsum eben das Bewußtsein für den Scheiß gegen den wir mit unserem Engagement anrennen, verschärfe, daß mensch damit eben genau mit dieser Welt fertig sei. Kurz: Hasch macht friedlich! Jedoch: Im Laufe der Zeit - oder mit dem historisch verlaufenden Verlust rebellischer Attituden - verlor sich diese Ansicht in ihr Gegenteil, illustriert mit dem Witz: "Haschischrauchen macht gleichgültig!" - "Mir doch egal!".

Nun, ich empfand es bisher nicht sonderlich wichtig, mich für die Entkriminalisierung sonderlich stark zu machen; ich hatte jeweils nur zu konkreten Anlässen den unwissenden Bauern, etwas zu sagen. Es hat mich zumeist nicht geschert, ob mir diese Gesellschaft, ihre VertreterInnen wie konsequenzlosen Bewunderer vorschreiben oder gar empfehlen wollten wie ich zu leben habe und besonders, was es mit "den Drogen" auf sich habe. (Nicht allein deshalb, weil es im konkreten Falle meine ureigenen Konsum-Probleme sind, die nicht mit denen anderer Menschen vergleichbar sind.) Gerade diejenigen, die öffentlich gegen jegliche Drogen wettern, gehören für mich zum verlogensten Pack, was hierzulande rumläuft. Angesichts der jetzt in den "geistigen" Volksdrogen wie "Bild" oder auf Plakatwänden auftretenden Zombies, die vor der Macht "der Drogen" warnen, mußte gerade ich vor Schreck gelegentlich zu einer meiner Drogen greifen. (Und das sind beileibe nicht immer nur jene, die im Gehirnkasten der Viertelgebildeten unter diesen Begriff fallen: denn, enthebt mensch das Wort "Droge" seiner negativen Konotation, so kann vieles zur Droge im wohlwollenden Sinne werden. Dann kann sie auch "STACHEL", "Liebe" oder "Black Riddim Night" heißen.) Angesichts solcher Vorbilder, die uns ihre Kotzbrocken-Moral verkaufen sollen/wollen, kann mensch nur ihren Slogan abwandelnd aufgreifen und "Keine Macht den Doofen!" dagegen brüllen.

Kleiner Tip noch vom Gärtner: Tropische Sorten ende Oktober ernten; Skunk und andere Sorten können bis zum ersten Frost stehen. Nie war es so wertvoll wie heute!


Selbstmord statt Asyl

Daß die deutsche Asylverweigerung und Abschiebepraxis barbarisch ist, daß unsere Zivilisation mancher verachteter afrikanischer oder asiatischer Nation in puncto Menschlichkeit trotz Reichtum nicht das Wasser reichen kann, ist den Interessierten bekannt. Selten wird dies in der Öffentlichkeit so deutlich, denn Abschiebungen finden meistens unbeachtet oder heimlich statt: Nun hat sich wieder ein Flüchtling, der zwecks Abschiebung in den Knast gesteckt wurde, aus Verzweiflung das Leben genommen. Ein Chinese hängte sich zum Jahrestag des Massakers auf dem Platz des "Himmlischen Friedens" am 2.6. im Gefängnis von Volkstedt (Sachsen-Anhalt) auf, während die anderen vor dem Fernseher saßen. Bekannt wurde dies, weil anschließend die anderen 30 Abschiebehäftlinge in ihrer Wut und Trauer Randale machten, sich verbarrikadierten, Fenster einschlugen..."Pro Asyl" wurden seit der weitgehenden Abschaffung des Asylrechts vor knapp einem Jahr mehr als zehn Selbstmorde in Gefängnissen gemeldet. Wahrscheinlich seien es aber viel mehr Fälle, weil nicht alle bekannt würden. Und die zahlreichen gescheiterten Selbstmordversuche blieben ohnehin im Dunkeln...


Dioxine - frisch aus WHV auf unseren Tisch?

Was Greenpeace schon vor einem Jahr aufgrund von Untersuchungen im Ausland bekannt machte, scheint sich nun auch für die BRD zu bestätigen: Bereits bei der Herstellung von Ausgangsstoffen für PVC, das Hauptprodukt der Chlorchemie, entsteht Dioxin, und es belastet stark die Gewässer. Anläßlich der Diskussion um Mißbildungen in der oldenburgischen und ostfriesischen Region wurde der starke Verdacht geäußert, daß im Wilhelmshavener Werk der Firma ICI die Klärschlämme aus der PVC-Produktion massiv mit dem Seveso-Gift kontaminiert seien.

ICI in Wilhelmshaven müßte dieser Vorwurf seit langem bekannt sein, denn die Studien, die auf eine Dioxin-Verseuchung bei der PVC- Produktion in den Niederlanden schließen lassen, stammen von 1988. Insofern ist auch verwunderlich, daß die ehemalige Greenpeace- Mitarbeiterin Griefahn erst jetzt eine Untersuchung der Klärschlämme in Wilhelmshaven zusagte.

Nach dem (zweifelhaften) Richtwert des Bundesgesundheitsamtes beträgt die zumutbare Belastung für die gesamte deutsche Bevölkerung in einem Jahr 1,6 Gramm von den verschiedenen Varianten der Dioxine. Allein die deutschen Produzenten von PVC emittieren nach einer Greenpeace-Studie vom April 93 das Vierzig- bis Achtzigfache dieser Menge. Unvorstellbar erst recht, was bei Bränden freigesetzt werden würde... Dioxin ist eine der stärksten Gifte, die auf der Erde existieren. Es dauert extrem lange, bis es abgebaut ist, es reichert sich also in der Umwelt an.

Dabei ist PVC leicht durch nicht giftige Materialien zu ersetzen. Zu hoffen ist, daß jetzt die Produktion von PVC in Wilhelmshaven eingestellt wird, nachdem sich die Kosten erhöht haben, weil der Abfall nicht mehr auf die "Hausmüll-Deponie" "entsorgt" werden kann und eventuell nachweisbare Schäden von ICI bezahlt werden müssen...


"Freie Kameradschaft Oldenburg"

Da kann die Oldenburger Antifa-Szene aber stolz sein: Sie hat der Polizei geholfen, die Zusammenarbeit von Neonazis und Republikanern aufzudecken. Am 5. März war es ihr gelungen, mit einem Überraschungscoup einen Stand der Republikaner in der Fußgängerzone abzuräumen. Unsere beliebte Tagespresse berichtete mit Wort und Bild ausführlich davon. Die Standbeschützer von der "Freien Kameradschaft Oldenburg" guckten bei der Aktion ziemlich dumm aus der Wäsche, versuchten aber ihr Möglichstes, erstatteten auch einige Anzeigen. Die Polizei nahm deshalb einige Namen auf. Nun meldete ihre Pressestelle, daß die Oldenburger "Kameradschaft" möglicherweise eine Nachfolgeorganisation des verbotenen Wilhelmshavener "Deutschen Kameradschaftsbund" sei, und daß die Republikaner mit diesen Neonazis zusammenarbeite, wie man gesehen habe...


Kinderzirkus-Festival

Vom 1. bis 17.7. heißt es in Hannover "Manege frei für junge Clowns, Artisten, Einradfahrer, Fakire, Feuerspucker, Jongleure und Musikanten!" Auf dem 2. Niedersächsischen Kinderzirkusfestival werden acht Kinderzrikusgruppen und eine Jugendbigband aus Dänemrk, Rußland und der BRD gastieren. Unter dem Motto "Musik und Kinderzirkus" soll dabei auch der Life-Musik größere Bedeutung zukommen. Das erste Juliwochenende gilt besonders dem Kinderzirkus Giovanni aus Hannover, der zehn Jahre alt wird. Eine große Parade am zweiten Wochenende soll in der Landeshauptstadt die Gegend vom Weißekreuzplatz bis zum Lister Platz erfüllen.

Veranstaltet wird das Festival von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V.; gefördert wird es durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und verschiedene Stiftungen. Programmhefte gibts`s beim Freizeitheim Lister Turm (0511/1682402), Karten unter 0511/311663 und weitere Infos bei der Veranstalterin unter 0511/3360959.


Bildungsurlaub in Europa

Von der Akademie für Weiterbildung e.V. ist soeben das neue Programm mit über 200 Kursen erschienen. Schwerpunkt ist das Erlernen von Sprachen in Europa über Seminare in fast allen Ländern des Kontinents. Auch andere Seminare in den Bereichen Ökologie, Landeskunde, PC-Arbeit, Psychologie und Rhetorik werden angeboten. Anforderbar ist die Programmübersicht unter 0130/841148 oder Postfach 1123, 26122 Oldenburg.


Gesprächskreis Umweltvergiftungen

Amalgam-, pilz- und andere amalgamvergifte te Menschen können auch psychische Symptome bis zu schweren Depressionen, Wutausbrüchen, Menschenscheu, Verlust des Selbstvertrauens, Ängste etc. bekommen. Nahestehenden fällt es schwer, die Gefühle der Betroffenen zu verstehen; oft verschlimmern wohlmeinende Ratschläge die Situation für die Opfer. Ein Teufelskreis, der auch die im Gesundheitswese n Tätigen überfordern kann, solange Umweltgifte nicht genügend als verursachende Substanzen berücksichtigt werden. Mit Unterstützung der Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen (BeKos) soll jetzt ein Gesprächskreis entstehen, innerhalb dessen geschützten Rahmens Entlastung, Rückhalt und Selbstvertrauen gefunden werden können. Infos bei der BeKos, Tel. 884848.


Fahrrad als Reiseziel

Damit das Fahrrad nicht allein als Nahverkehrsmittel benutzt wird, sondern auch als Vehikel für längere Reisen attraktiver wird, verstärkt der ADFC seine diesbezügliche n Aktivitäten. So ist jetzt das neue Radtouren-Programm für den Bereich Nordwest- Niedersachsen erschienen, aus dem der STACHEL bereits gelegentlich auf Touren unter Veranstaltungstips hinweist. Der ADFC bietet Tages-, Familien- und Wochenendtouren, darüber hinaus auch kombinierte Paddel- und Pedal-Touren. Das Programm liegt in verschiedenen Einrichtungen aus bzw. ist beim ADFC am Röwekamp 22 erhältlich.

Damit mensch Paella oder Uozo auch mal original genießen kann, ohne dabei die Luft unnötig zu verpeßten organisiert der Club zusammen mit entsprechenden Reiseveranstalter n das Velomobil, den Euro-Fahrradbus. UrlauberInnen, die einen längeren Fahrradurlaub planen und nur an die An- und Abreise interessiert sind, können ihr Rad auf dem Busdach oder in einem Anhänger transportieren lassen. Angefahren werden 14 Routen und 39 Ziele in 9 europäischen Ländern; eine Rückfahrt muß nicht vom Zielort erfolgen, sondern kann von einem anderen Ort auf der Route oder einer anderen Route erfolgen.


Offener Brief

des Projektes "Anti-Rassismus" an der Uni an die Galerie Steinbeck in Oldenburg vom 20.5.: "... FaschistInnenaufmärsche, Überfälle auf Andersdenkende... - das ist der auffälligste und brutalste Ausdruck rassistischer und faschistischer Aktivitäten. Der Rassismus greift aber auch auf weniger sichtbare Bereiche über. Wir mußten in Ihrem laden ebenfalls eine üble Form des Rassimus entdecken. Sie haben neben anderen Artikeln mit rassistischen Darstellungen schwarze Plüschpuppen ausgestellt. Diese haben überdimensional große Lippen, wie sie nun wirklich keine Farbigen haben. Auch der Ring durch die Nase und der Knochen im Haar wirken absolut lächerlich. Die Darstellung als solche ist menschenverachtend und entwürdigend...

Und was bezwecken Sie damit, diese Puppen auch noch als "Plüsch-Kannibalen" auszuzeichnen? So wird ... der Eindruck erweckt, daß Farbige Menschenfresser seien.

Unserer Meinung nach ist es unverantwortlich und geschmacklos in dieser Zeit ... solche Artikel zu produzieren. Wir fordern Sie auf, die Puppen sofort aus dem Schaufenster zu nehmen und den gesamten Bestand an die Steinbeck-Produktion zurückzuschicken. Diese Art von Geschäftemacherei und Profitgier (siehe die Preise!) hat in unseren Straßen keinen Platz..."


Schädlicher Elektrosmog

Welche Auswirkungen elektromagnetische Strahlen auf den menschlichen Organismus haben ist in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt: Viele lassen ihren Fernseher laufen und setzen sich dann vor den Computerbildschirm Sender stehen mitten im Wohngebiet, aber auch bei der Installation von Elektroanlagen im Haus werden Fehler gemacht. Zu einer Veranstaltung zum Thema Elektrosmog mit Robert Wessels lädt die AG Chemie und Gesellschaft am 22.6. um 17.15 Uhr im Raum W3-1-156 der Uni Wechloy ein.


Wird Hopfenweg zur Rennstrecke?

Geht es nach dem Willen der Stadt, wird bald der Hopfenweg, der paralell zur Wilhelmshavener Heerstraße den Langenweg mit dem Strehl verbindet, verbreitert. Die Anlieger sind empört, denn sogar die Polizei sagt, dort würden schon jetzt hohe Geschwindigkeiten gemessen. Der Ausbau soll im Zuge der Bebauung des dortigen Gebietes erfolgen, wobei wieder einmal dir Busverkehr als Argumentationshilfe herangezogen wird.


Keine Fahrradstation

Die Fahrradstation am Waffenplatz ist offenbar geplatzt. Nach zweijähriger Diskussion scheiterte das Projekt an der angeblich nicht möglichen Verkehrsanbindung. Eine Ampelanlage an der Wallstraße scheide aus und eine Öffnung der Kurwickstraße für RadlerInnen sei nicht möglich wegen Konflikten mit Fußgängern. "Wie oft muß ich zur Seite springen, wenn die Radfahrer sonntags durch die Fußgängerzone rasen", meine der CDU-Abgeordnete Hinz. (Fehlt nur noch Kunz, dann sind Oldenburgs Fahrradhasser komplet!) Was ist eigentlich mit den vielen kombinierten Fuß- und Radwegen, die Fußgänger noch viel mehr gefährden und verdrängen? Als Alternative wird jetzt überlegt, mehrere dezentrale Abstellplätze oder eine Fahrradstation weit ab von der City unter der Eisenbahnbrücke/91e r-Straße zu errichten. (Oh, toll, der STACHEL bekommt Redaktions-Fahrradständer fast vor der Haustür. Also, wenn ihr mal zur Red.- Sitzung kommen wollt...)


LKWs weiter durch Ariweg

Die Stadtverwaltung versperrt sich weiterhin einem Durchfahrtsverbot für LKWs am Artillerieweg. Sie wolle, so Vize-Förster Otter, mit Teilmaßnahmen einer (geplanten) Gesamtlösung nicht vorgreifen. Er forderte vor dem Verkehrsausschuß einen Vollausbau mit Radweg, Fußweg in beide Richtungen und einer breiten Straße (was wieder viele hübsche Vorgärten kosten würde, die ihm ja nicht gehören.). "Wer ein Ziel im Pophankenweg hat, muß auch über irgendeinen Weg dorthin." Dort gibt es allerdings nur eine Gartenkolonie, ein Autohaus und ein paar Wiesen. Ein Erschließungskonzept soll noch vor der Sommerpause vorgestellt werden.


Flucht- und Fluchtursachen

Die Veranstaltung des Arbeitskreises Asyl ,Flucht- und Fluchtursachen" von und mit Hans Brandscheidtt, medico international, findet nunmehr am 5. Juli um 20.00 Uhr im PFL statt.

Aufgrund von dringenden Terminen von Hans Branscheidt mußte die Veranstaltung am 2. Juni abgesagt werden.

Nach der offiziellen Statistik des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen befinden sich 20 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Inoffiziell sollen es 40 Millionen sein. Gründe hierfür kennt medico international aus seinem Engagement für die Menschenrechte und aus seiner Hilfs-werkstätigkeit. Die Organisation unterstützt ausschließlich Hilfsprogramme, Projekte bzw. Einrichtungen, die von Partnerorganisationen vor Ort selbst getragen werden.

In einem editorial einer medico Zeitschrift schreibt Hans Brandscheidt: ,Vaclac Havel, der Humanist, gibt grünes Licht für den forcierten Waffenexport der Tschechischen Republik. Nelson Mandela erlaubt persönlich den Test von Panzerfahrzeugen des südafrikanischen Staatsproduzenten ARMSCOR in Bosnien. Die deutsche Bundesregierung schafft unendlich viel Vernichtungswerkzeug in die Türkei.

Nicht ohne vor dem Hintergrund eines maroden Staatshaushaltes für 1994 mindestens 354,5 Mio DM für die Entwicklung neuer Landminensysteme zur Verfügung zu stellen, als ob es davon nicht genug schon gäbe auf der Welt.

Armut in Mogadischu und Bischofferode - aber 500 Millionen DM für den Einsatz der Bundeswehr in Somalia, zehnmal mehr als für jede dortige Entwick-lungshilfe".


Urteilsschelte!

In diesen Tagen ist vor dem Oldenburger Landgericht der Chef von C & C wegen Betruges verurteilt worden. Der ,Chef", also jener Typ mit der ungeheuren, wenn auch kriminellen, Energie, 111 Millionen verschwinden zu lassen, davon so etwa 23 Millionen für sich selber, ist zu sieben Jahren Knast verurteilt worden.

Wenn Sie den Betrag von 111000000,- DM durch 2555 Tage teilen, was einer Zeit von 7 Jahren entspricht, so kommen Sie auf den stattlichen Tagesverdienst von rund 43500,- DM. Nehmen Sie nur den Betrag von rund 23000000,- auf den gleichen Zeitraum gerechnet, so er-gibt dies pro Tag 9000,- DM. Ta-gessätze bei den kleinen Leuten, die in den ,Schuldturm" wandern, dürften so bei DM 100,- bis 200,- DM liegen. Setzt man diesen Maßstab aber für jenen obigen Typen, so müßte er für rund 15225 Jahre in den Knast. Aber da hat das Gericht Verständnis, das geht einfach nicht. Mein Vorschlag: das Gericht möge doch diese 15225 Jahre auf alle Kapitalanleger umlegen, die an der Steuer vorbei, diese Summen aufbrachten. Für mich wirft sich noch die Frage auf, was das Finanzamt, das doch per Tabelle bei den kleinen Leuten kassiert, eigentlich in diesem Fall unternimmt? Ich befürchte, daß es hier nach dem bundesdeutschen Rechtsgrundsatz geht: ,eine (Justiz)-Krähe hackt der (Spekulanten-)Krähe nicht die Augen aus".


Keine Bilder im Kampfeinsatz"

Das Bundesministerium der Verteidigung hat es dem Auswärtigen Amt in einem Brief vom 28 4. 1994 bestätigt:

"Die von Ihnen übersandten Bilder haben wir durch unsere Experten überprüfen lassen. Als Ergebnis darf ich Ihnen mitteilen: Bei den auf den Fotos gezeigten angeblichen deutschen Geräten handelt es sich um Lastkraftwagen, und Schützenpanzer BTR 60 PB und um Mannschaftstransportwagen (MTW) M-113." Weiter geht es mit einer Aufzählung von Fahrzeugen, die entweder aus NVA-Beständen, sowjetischen Beständen etc. stammen."",Die von Ihnen übersandten Bilder haben wir durch unsere Experten überprüfen lassen. Als Ergebnis darf ich Ihnen mitteilen: Bei den auf den Fotos gezeigten angeblichen deutschen Ger,ten handelt es sich um Lastkraftwagen, und Schützenpanzer BTR 60 PB und um Mannschaftstransportwagen (MTW) M-113." Weiter geht es mit einer Aufz,hlung von Fahrzeugen, die entweder aus NVA-Best,nden, sowjetischen Best,nden etc. stammen.n.

,Keines der vorliegenden Bilder zeigte ein Fahrzeug/Gefechtsfahrzeug im Kampfeinsatz oder unmittelbar neben zerstörten Gebäuden_ Aufgrund der Tatsache, daß aus Deutschland gelieferte Waffen im Südosten disloziert sind, ergeben sich selbstverständlich Möglichkeiten, diese Fahrzeuge außerhalb ihrer Kasernen zu fotografieren oder zu filmen. Aus dieser Tatsache allein kann aber kein Beweis für einen Kampfeinsatz gegen Kurden hergeleitet werden. Ein vertragswidriger Einsatz von Waffen und Geräten aus Lieferungen im Rahmen der NATO-Verteidigungshilfe_ kann daher anhand der vorliegenden Bilder nicht bewiesen werden".

Diese Argumentation erinnert fatal an die ,Auschwitzlüge".

Es fehlt der filmische oder fotografische Beweis bei Kampfeinsätzen. Aussagen von Betroffenen gelten nicht (was auch bei den Filmaufnahmen vorgeführt wurde), KurdInnen aus zerstörten Dörfern erzählten, daß deutsche Panzer auffuhren. Ob die türkischen Behörden gestatten werden, Kampfeinsätze zu fil-men? Der Ausnahmezustand in Kurdistan wurde für weitere vier Monate verlängert, die Ministerpräsidentin strebt mit aller Macht - nach ihren Aussagen - ,die Endlösung" der Kurden an. Die Terminologie stimmt.


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel.