Oldenburger STACHEL Nr. 237 / Ausgabe 9/02     Seite 16
 
Aktuelles
Archiv
2003
2002
Dezember (240)
November (239)
Oktober (238)
September (237)
August (236)
Juni (235)
Mai (234)
April (233)
März (232)
Februar (231)
Januar (230)
2001
2000
1999
1998
1997
1996
1995
1994
UHN
Service
Wir über uns
Impressum
Kontakt
 
Inhalt dieser Ausgabe
 

10 Jahre Medienbüro Oldenburg

am 1.10. feiern wir Geburtstag!

Zu diesem Anlaß laden wir alle Interessierten ganz herzlich ein, mit uns am 1.10. um 20 Uhr im neuen Cinema K der Kulturetage zu feiern. Nach einem Glas Sekt zeigen wir den Film "Cinema Pardiso" von Guiseppe Tornatore.

Dessen Liebeserklärung an das Kino gibt auf wunderschöne Art und Weise ein zentrales Motiv unserer Arbeit, die wir seit nunmehr 10 Jahren leisten, wieder: Die Begeisterung fürs Kino und die magischen Momente, die der gemeinsame Blick auf die Leinwand von Zeit zu Zeit schaffen kann.

Kinosterben

Als 1992 das Medienbüro ins Leben gerufen wurde, sah die Oldenburger Kinolandschaft noch wesentlich anders aus. Seitdem wurden mit dem Muwi und den Ziegelhof-Lichtspielen zwei traditionelle Oldenburger Kinos geschlossen, ein Multiplex-Kino wurde gebaut.

Die Initiative

Die Oldenburger Filmtage wurden von uns initiiert und ein Jahr später entstand das Filmfest Oldenburg. Die Idee, die zur Gründung des "Medienbüro Oldenburg" führte, ist jedoch einmalig geblieben und wie wir glauben notwendiger denn je. In Zeiten, in denen Kino und Film immer mehr zum Geschäft werden, Glamour, Special-Effects, und vermeintliche Tabu-Brüche (Sex und Gewalt) wichtiger sind als Inhalt und Form eines Films, setzt das Medienbüro Oldenburg weiterhin einen Kontrapunkt.

Die Entwicklung des Medienbüros

Ursprünglich entstand das Medienbüro Oldenburg in der Tradition der klassischen Medienwerkstätten, sowohl mit eigenen Film-Produktionen, als auch als Schnitt- und Kontaktstelle für FilmemacherInnen aus der Region. Im Lauf der Jahre hat sich unser Schwerpunkt jedoch verändert: vom selbst machen hin zur Präsentation von Filmen und thematischen Filmreihen.

Kooperation im sozialen Netz

In diesem Zusammenhang arbeiten wir immer wieder auch mit anderen nicht im Filmbereich aktiven Gruppen zusammen, in diesem Jahr zum Beispiel mit dem Autonomen Frauenhaus, der ALSO und der Karawane für Flüchtlinge und MigrantInnen in Deutschland. Hier wird deutlich, daß Film auch ein wichtiges Medium gesellschaftspolitischer Auseinandersetzung sein kann, der oft mehr Raum für Widersprüchliches und Fragen läßt als dies anderen Medien möglich ist. Weiterhin wird die Koordination und die Organisation der Oldenburger Filmtage, die im nächsten Jahr ebenfalls Jubiläum haben, einen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden. Die Zusammenarbeit eines Großteils der Oldenburger Film- und Kinoinitiativen ist sicher etwas besonderes und bereichert die Oldenburger Filmlandschaft nachhaltig über das ganze Jahr.

Kommunales Kino

Von Anfang an hatten wir den Traum, ein kommunales, der Filmkunst verpflichtetes Kino in Oldenburg zu verwirklichen. Ein kommunales Kino möchte auch den Filmen eine Chance geben, die ein kommerzielles Kino - auch ein Programmkino - nicht geben kann. Dazu gehören filmhistorisch bedeutende Filme, genauso wie Dokumentarfilme, oder Filme aus Afrika, Lateinamerika, Osteuropa und Asien. Viele dieser Filme werden zwar auf Festivals gefeiert, schaffen aber den Weg in die normalen Kinos nicht. Zusammen mit einem Café soll in Oldenburg ein Ort entstehen, an dem möglichst frei von kommerziellen Zwängen spannendes, unabhängiges und anspruchsvolles Kino ein Zuhause hat. In Zeiten leerer Kassen müssen wir auf die Realisierung dieses Traums wohl noch ein wenig warten. Umso mehr freuen wir uns, daß wir nun mit dem Cinema K einen Ort gefunden haben, in dem wir regelmäßig an jedem ersten Dienstag im Monat einen Film zeigen werden.

Aussicht

In den vergangenen zehn Jahren haben wir mit viel Engagement und ehrenamtlicher Arbeit eine Menge erreicht. Als Ziel bleibt: Film ebenso wie Literatur, bildende Kunst oder Theater möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Denn Film, Kunst und kulturelles Gedächtnis des 20. Jahrhunderts sind mehr als kommerzielles Massenvergnügen und müssen ihren angemessenen Platz in einer Stadt wie Oldenburg haben.

Allen, die mehr wissen wollen und einen Internet-Zugang haben, sei unsere web-seite empfohlen: www.medienbuero-oldenburg.de

Der Jubiläumsfilm

Dienstag 01.10.02, 20 Uhr (cinema k, kulturetage, bahnhofstr.3) Eintritt: 4,5 (erm. 3,5 €)

Cinema Paradiso

Italien/Frankreich 1989, 98 min

Regie & Buch: Guiseppe Tornatore

Kamera: Blasco Giuranto

Musik: Ennio Morricone

DarstellerInnen: Philippe Noiret (Alfredo), Jacques Perrin (Toto erwachsen), Salvatore Cascio (Toto als Kind), Mario Leonardi (Toto als Jugendlicher), Agnese Nano (Elena), Antonella Attili (Maria)

Auszeichnungen: Cannes 1989, Spezialpreis der Jury Oscar 1989, Bester fremdsprachiger Film Felix 1989, Sonderpreis, Felix 1989, Bester Darsteller: Philippe Noiret

Eine sizilianische Kleinstadt in den 40er und 50er Jahren. Fernsehen gab es noch nicht, und die Leute strömten in die Kinopaläste, um sich dort gemeinsam zu unterhalten, zu lachen, zu weinen und zu träumen. Der zehnjährige Salvatore, auch Toto genannt, verlor seinen Vater im Krieg. Für sein Leben gern geht er ins Dorfkino Paradiso, doch er hat nicht genug Geld. So schleicht er sich immer dann ins Kino, wenn der Pfarrer die gezeigten Filme vorzensiert. Alle anstößigen Stellen müssen dann entfernt werden, vor allem die Kußszenen. Sie werden in einer Papierschachtel aufgehoben.

Toto freundet sich mit dem Filmvorführer Alfredo an, der für ihn zur Vaterfigur wird. Bei einem Brand im Vorführraum wird Alfredo von Toto im letzten Moment gerettet, doch der Alte erblindet. Von nun an führt Toto die Filme selbst vor. Später verläßt er das Dorf und geht nach Rom, wo er ein bekannter Regisseur wird.

Nach Jahren bringt ihn der Tod von Alfredo wieder in sein Heimatdorf zurück, wo das unrentabel gewordene Kino inzwischen einem Supermarkt weichen muß ...

"Der junge Regisseur Guiseppe Tornatore hat einen unglaublich vielschichtigen Film geschaffen, der weit mehr als eine wehmütige Liebeserklärung an das Kino und dessen nostalgischer Abgesang ist. In der Beschreibung der Freundschaft zwischen Alfredo und dem kleinen Toto hat er in einigen wahren Momenten das große Kino der ,echten` Gefühle auferstehen lassen. Da stimmt jede Geste, jeder Blick, und die Vertrautheit der Personen miteinander wird zu einem großen Erlebnis." (Hans Messias, AV-Mediendienst 4/ 89)

 

 
  Differenzen zur gedruckten Fassung nicht auszuschließen. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Siehe auch Impressum dieser Ausgabe und Haupt-Impressum